Barsinghausen. Vor knapp über einem Jahr, am 28. August, hat ein verheerendes Feuer das Restaurant Nablo in der Barsinghäuser Innenstadt vollständig zerstört. Innerhalb weniger Stunden ging damit ein Ort verloren, der für viele Bürgerinnen und Bürger weit mehr war als nur ein Restaurant. Schnell wurde in Barsinghausen finanzielle Hilfe mobilisiert, um den Eigentümern unter die Arme zu greifen, aber auch Ermittlungen wegen Brandstiftung wurden schnell aufgenommen. Was ist aus den Spendengeldern geworden?
Nur einen Tag vor dem Stadtfest 2025 vernichtete der Brand nicht nur das Gebäude, sondern auch alle Vorbereitungen für das Stadtfest, die vom Nablo-Team getroffen wurden. Der gesamte Einkauf und die Planungen waren vom Inhaber abgeschlossen, doch alles ging in Flammen auf. Der Sachschaden am gesamten Gebäude wurde von der Polizei auf ca. 200.000 Euro geschätzt. Bei dem Brand wurde niemand verletzt.
Schnell mobilisierte sich in Barsinghausen Hilfe für das Nablo und es wurden Spenden über www.gofundme.com gesammelt. Binnen kürzester Zeit kamen 21.882 Euro zusammen und damit 79 Prozent des angesetzten Spendenziels von 28.000 Euro.
Nur wenige Tage später (Anfang September 2025) teilten die Brandermittler mit, dass Ermittlungen wegen des Verdachts auf Brandstiftung eingeleitet wurden. Diese Ermittlungen wurden zum Ende des Jahres 2025 von der Staatsanwaltschaft Hannover übernommen und laufen seitdem. Zu Verdächtigen oder weiteren Hintergründen äußerte sich die Staatsanwaltschaft bislang nicht. Es gilt die Unschuldsvermutung. Auch ob die Ermittlungen ohne weitere Erkenntnisse eingestellt werden, ist aktuell unklar.
Doch was wurde aus den Spendengeldern, fragen sich viele der Spender gut ein Jahr nach dem Vorfall.
Die Redaktion hat bei gofundme.com nachgefragt. Laut eines Unternehmenssprechers wurde der Spendenaufruf für das Restaurant Nablo vom Vertrauen-&-Sicherheitsteam geprüft. Bei jeder Prüfung müsse klar sein, wer der Organisator ist, für wen die Gelder bestimmt sind, in welcher Beziehung der Organisator zum Begünstigten steht und wofür die Mittel verwendet werden. Zusätzlich führen die Zahlungspartner eigene Identitätsprüfungen (KYC) durch, bevor Gelder freigegeben werden. „Wir können bestätigen: Die Prüfung wurde abgeschlossen und die gesammelten Spenden wurden vollständig ausgezahlt. Die Gelder liegen also nicht bei uns auf Eis“, so der Unternehmenssprecher, „Zu hypothetischen Szenarien äußern wir uns grundsätzlich nicht, da jeder Fall anders ist. Was ich Ihnen sagen kann: Wir haben null Toleranz für den Missbrauch unserer Plattform, arbeiten bei Ermittlungen eng mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen und richten uns strikt nach unseren Nutzungsbedingungen sowie den Vorgaben der Zahlungsindustrie.“
Aktuellen Erkenntnissen nach wird das Nablo nicht wieder eröffnet. Vielmehr finden Sanierungsarbeiten statt und ein Lieferdienst will die zentralen Räumlichkeiten in Zukunft nutzen.
Wenn die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abgeschlossen sind, werden wir zum neuen Sachstand berichten.

