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Museum Alte Zeche: Stadt setzt auf Förderquote von über 85 Prozent – Interimslösung für LAGA geplant

Geschäftsführer Wilfried Klatt (r.) und Hans-Werner Röth.

Barsinghausen. Die Stadtverwaltung von Barsinghausen und die Alte Zeche Gemeinnützige Betriebs GmbH bereiten die Umsetzung des neuen Museumskonzeptes vor. Das Konzept wurde vom Büro Eckedesign erarbeitet und soll die Ausstellung zur Bergbaugeschichte grundlegend modernisieren.

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Fördermittel im Fokus

Für die Umsetzung wurden Fördermittel bei verschiedenen Einrichtungen und Programmen beantragt. Erste Zusagen und Bescheide liegen bereits vor. Um weitere Zuschüsse zu gewinnen, laden Stadt und Alte Zeche zu einer sogenannten Geberkonferenz in die leergeräumten Ausstellungsräume ein. Dort sollen potenzielle Fördermittelgeber über die Planungen informiert werden.

Ziel ist eine Förderquote von mehr als 85 Prozent, im Idealfall sogar über 90 Prozent des veranschlagten Bedarfs. Die vollständige Umsetzung des Museumskonzeptes ist mit knapp 650.000 Euro kalkuliert. Im bestmöglichen Fall könnten Fördermittel in Höhe von rund 600.000 Euro eingeworben werden.

Vergabe erst nach vollständiger Bewilligung

Die Vergabe der Umsetzungsarbeiten darf jedoch erst erfolgen, wenn der letzte Zuwendungsbescheid vorliegt. Eine vorzeitige Beauftragung würde die Förderfähigkeit gefährden. Daher ist Geduld gefragt, bis alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Interimsausstellung bis zur Umsetzung

Um dennoch weiterhin Einblicke in die Bergbaugeschichte zu ermöglichen, planen Stadt und Alte Zeche eine Übergangslösung. Gezeigt werden sollen ausgewählte Highlight-Exponate der künftigen Ausstellung sowie Grafiken und Gestaltungselemente des neuen Konzepts. Ziel ist es, Besucherinnen und Besucher bereits vor Fertigstellung neugierig auf die neue Ausstellung zu machen.

Das Interim soll rechtzeitig zur Landesgartenschau im benachbarten Bad Nenndorf eröffnet und im Spätherbst wieder abgebaut werden. Bis dahin rechnet die Verwaltung mit dem Eingang der letzten Förderbescheide und einer weitgehend abgeschlossenen Vergabe.

Aktuell ist das Museum fast komplett ausgeräumt, und Ausstellungsstücke wurden eingelagert. Die Rotunde, die den Raum fast komplett für sich vereinnahmte, ist abgebaut und entsorgt worden. Nun wartet das Museum auf die Umsetzung des Konzepts, was ein moderneres Museum vorsieht.

Neues Museum im Besucherbergwerk – Warum?

Diese Frage können am besten die beiden Geschäftsführer Wilfried Klatt und Hans-Werner Röth beantworten. „Es geht um das historische Gedächtnis von Barsinghausen“, findet Hans-Werner Röth. Der Klosterstollen sei das letzte authentische, erlebbare Zeugnis einer prägenden Epoche. „Der Bergbau hat diese Stadt geformt“, erklärt Klatt, „Generationen haben im Bergbau gearbeitet, und ganze Wohngebiete sind nur dafür entstanden. Diese Zeit hat das Selbstverständnis einer ganzen Region geprägt.“

Für die Ehrenamtlichen ist klar: Dieses Alleinstellungsmerkmal für Barsinghausen muss entsprechend gefördert werden, bevor es verloren geht. Die Einfahrten ins Bergwerk ziehen Tausende Besucher pro Jahr an. „Ein modernes, familiengerechtes Museum, das auch Lernort für Schüler sein kann, gehört einfach dazu. Das Konzept von Eckedesign nutzt dieses historische Gebäude voll aus, um die Geschichte erlebbar zu machen“, so Röth weiter.

In das Besucherbergwerk zu investieren, sei nicht nur eine Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit, ohne die das Besucherbergwerk gar nicht laufen würde, es sei ein touristisches Ziel mit einem Mehrwert für Gewerbe vor Ort. „Ein Aufschub würde Stillstand bedeuten, was zu Verfall, Demotivation der Ehrenamtlichen und dem Abwandern von aktueller Fachexpertise führen würde“, findet Klatt.

Erste Schritte zur energetischen Modernisierung

Im Zuge der Umsetzung sollen zunächst erste Maßnahmen zur energetischen Modernisierung erfolgen. Geplant ist unter anderem die Umstellung auf moderne LED-Technik, die langfristig zu Energieeinsparungen führen soll.

Die umfassende Sanierung des Zechengebäudes selbst ist Teil einer späteren Gesamtmaßnahme und wird entsprechend der Prioritätenliste zu einem späteren Zeitpunkt angegangen, so ein Sprecher der Stadtverwaltung gegenüber der Redaktion.

Dass der Ankunftsplatz nun nicht mehr für 1,8 Millionen Euro erneuert werde, sondern nur für 50.000 Euro ausgebessert werden soll, sei nachvollziehbar. „Dass eine Sanierung unseres Gebäudes in der Prioritätenliste kaum Beachtung findet und somit auf möglicherweise 10 bis 15 Jahre verschoben wird, wird diesem Ort nicht gerecht“, so die Geschäftsführer der Alten Zeche.

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