Bredenbeck. Die Digitallotsen-Qualifizierung richtet sich an Ehrenamtliche, die Seniorinnen und Senioren beim Umgang mit Smartphones unterstützen möchten. In einer praxisnahen Schulung lernen die Teilnehmer grundlegende Smartphone-Funktionen, typische Alltagssituationen sowie didaktische und kommunikative Methoden, um Wissen verständlich und geduldig zu vermitteln. Bei einer ersten Informationsveranstaltung kamen nun erste Interessierte in Bredenbeck zusammen.
Ziel der Qualifizierung ist es, Digitallotsinnen und Digitallotsen auf ihren Einsatz in Mediencafés, Sprechstunden oder Einzelberatungen vorzubereiten und ältere Menschen – oder allgemein Personen, die Unterstützung benötigen – auf Augenhöhe digital zu begleiten. Das Projekt ist eine Kooperation der Volkshochschule Calenberger Land, des Seniorenbeirats Wennigsen, der Freiwilligenakademie Niedersachsen sowie des Quartiersmanagements Bredenbeck.
Digitalisierung darf nicht ausgrenzen
Bei der Informationsveranstaltung war auch die Erste Gemeinderätin Jacqueline Gebauer anwesend, die selbst berufliche IT-Erfahrung hat. Sie betonte die Bedeutung des Projekts: „Ich finde dieses Projekt ganz toll und auch wichtig, da digitale Ausgrenzung eine Art von Einsamkeit bedeuten kann.“ Gerade in kleineren Ortsteilen würden sich immer mehr Dienstleistungen ins Internet verlagern. Ohne Apps und digitale Angebote sei man schnell ausgeschlossen – etwa beim Online-Banking, bei digitalen Fahrdiensten wie dem Sprinti oder bei Bestellungen in Online-Apotheken.
Ehrenamtliche sollen langfristig helfen
Die Organisatoren Anna-Maria Winkler von der VHS, Jörg Albrecht als Vorsitzender des Seniorenbeirats Wennigsen sowie Quartiersmanagerin Zoe Nierste hoffen, mit dem Projekt eine nachhaltige Struktur aufzubauen, die langfristig Unterstützung bietet.
Zur Informationsveranstaltung kamen rund zehn Interessierte. Einige verfügen bereits über IT-Erfahrung, andere möchten selbst noch mehr über digitale Technik lernen, um ihr Wissen anschließend an andere weiterzugeben.
Schulung bereitet auf typische Fragen vor
In der Qualifizierung werden die zukünftigen Digitallotsinnen und Digitallotsen in mehreren Modulen auf ihre Aufgabe vorbereitet. Dozent der Schulung ist u.a. Steffen Bien. Die Inhalte der Schulung umfassen unter anderem typische Herausforderungen im Umgang mit Smartphones, häufige Fragen aus dem Alltag sowie didaktische Methoden, mit denen digitale Themen verständlich erklärt werden können. Auch Hinweise zu weiterführenden Informationsquellen gehören dazu.
Ein weiterer Baustein ist die Prävention: Vertreter der Polizeiinspektion Garbsen informieren über Betrugsmaschen im digitalen Raum und geben Tipps zum sicheren Umgang mit Smartphones und Apps. Am Ende erhalten die Teilnehmer eine Teilnahmebescheinigung.
Unterstützung im Mediencafé
Nach der Schulung sollen die Ehrenamtlichen in sogenannten Mediencafés aktiv werden. Dort können Bürgerinnen und Bürger mit ihren Fragen rund um Smartphones, Apps oder digitale Dienste vorbeikommen. Die Digitallotsen helfen dann beispielsweise beim Einrichten von Apps, beim Verständnis von Einstellungen oder bei allgemeinen Fragen zur Nutzung. Wichtig dabei: Es geht nicht um Reparaturen oder tiefgehende IT-Problemlösungen, sondern um alltagsnahe Unterstützung.
Lernen ohne Fachsprache
Ein wichtiger Bestandteil der Schulung ist der Umgang mit typischen Sorgen vieler älterer Menschen. Häufig hören die Helfer Aussagen wie: „Ich habe Angst, etwas kaputt zu machen“ oder „Das ist mir alles zu kompliziert“. Daher lernen die Ehrenamtlichen, technische Inhalte ohne Fachsprache zu erklären und Schritt für Schritt vorzugehen. Methoden wie „Vormachen – Mitmachen – Nachmachen“ sollen dabei helfen, das Gelernte verständlich zu vermitteln.
Zugleich wird darauf geachtet, unterschiedliche Lernniveaus zu berücksichtigen und das Lernen im eigenen Tempo zu ermöglichen.
Austausch und Unterstützung im Team
Die Digitallotsen werden mit ihrer Aufgabe nicht allein gelassen. Regelmäßige Nachbesprechungen und ein Austausch im Team sollen helfen, Erfahrungen zu teilen und Herausforderungen gemeinsam zu lösen.
Außerdem erhalten die Ehrenamtlichen Unterstützung durch das Organisationsteam. Für ihre Tätigkeit sind sie über den Projektträger versichert.
Schulung startet im Mai
Die eigentliche Schulung findet an mehreren Terminen im Mai statt. Geplant sind drei verpflichtende Termine sowie ein optionaler Zusatztermin:
- Donnerstag, 7. Mai 2026
- Dienstag, 12. Mai 2026
- Dienstag, 19. Mai 2026
- Optional: Dienstag, 2. Juni 2026
Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 18 Uhr und dauern bis etwa 20.30 Uhr. Veranstaltungsort ist die Bredenbecker Scheune. Interessierte, die nicht an der Informationsveranstaltung teilgenommen haben, können sich noch melden und an den Schulungen teilnehmen.
Mit dem Projekt hoffen die Initiatoren, einen wichtigen Beitrag zur digitalen Teilhabe zu leisten – und Menschen zusammenzubringen, die ihr Wissen ehrenamtlich weitergeben möchten.

