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Tarifverhandlungen ohne Einigung - Bahlsen-Standorte von Warnstreiks betroffen

Die NGG reagiert auf das aus ihrer Sicht unzureichende Angebot der Arbeitgeberseite mit Warnstreiks unter anderem am 04.06. in der Frühschicht an den Bahlsen Standorten in Barsinghausen, Langenhagen und Hannover. Quelle: NGG.

Barsinghausen/Hannover. Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der norddeutschen Süßwarenindustrie sind ohne Ergebnis geblieben. Nach der ersten Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und dem Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) hat die Gewerkschaft zu Warnstreiks aufgerufen. Davon betroffen sind auch die Bahlsen-Standorte in Barsinghausen, Langenhagen und Hannover.

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Bereits am Donnerstagmorgen legten Beschäftigte in mehreren Betrieben die Arbeit nieder. Nach Angaben der NGG beteiligten sich rund 200 Beschäftigte an den Arbeitsniederlegungen.

Gewerkschaft fordert deutliche Lohnerhöhung

Die NGG fordert für die Beschäftigten eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 5,8 Prozent oder alternativ einen Festbetrag von 225 Euro pro Monat. Zudem sollen die Ausbildungsvergütungen um 80 Euro steigen. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll zwölf Monate betragen.

Die Gewerkschaft begründet ihre Forderungen mit den anhaltenden wirtschaftlichen Belastungen vieler Beschäftigter.

„Wir erleben derzeit wirtschaftlich unsichere Zeiten, die die Kolleginnen und Kollegen erheblich belasten. Vor allem die steigenden Energiekosten treiben die Inflation und treffen insbesondere die unteren Lohngruppen besonders hart“, erklärte Finn Petersen, Verhandlungsführer der NGG und Landesbezirksvorsitzender Nord.

Arbeitgeberangebot stößt auf Kritik

Die Arbeitgeberseite bietet nach Angaben der Gewerkschaft eine Erhöhung der Entgelte um 1,9 Prozent sowie eine weitere Anhebung um 1,5 Prozent bei einer Laufzeit von mindestens 26 Monaten an. In den ersten sechs Monaten sei dabei keine Erhöhung vorgesehen.

Für die NGG ist dieses Angebot nicht ausreichend. Philipp Thom, Geschäftsführer der NGG-Region Hannover, sieht darin sogar einen Reallohnverlust für die Beschäftigten.

„Die vorgeschlagene Lohnsteigerung bedeutet faktisch einen Reallohnverlust. In Kombination mit der langen Laufzeit ist das in der aktuellen Situation völlig inakzeptabel. Darauf konnte es nur eine Antwort geben: Warnstreiks“, erklärte Thom.

Arbeitsniederlegungen auch in Barsinghausen

Die Warnstreiks begannen am Donnerstag in den Frühschichten von 6 bis 14 Uhr. Betroffen waren das Bahlsen-Werk in Barsinghausen, das Logistikzentrum in Langenhagen sowie das Stammhaus des Unternehmens in Hannover.

Nach Angaben der Gewerkschaft sollen weitere Betriebe im Tarifgebiet in die Aktionen einbezogen werden. Ziel sei es, den Druck auf die Arbeitgeberseite vor der nächsten Verhandlungsrunde zu erhöhen.

Nächste Tarifrunde am 22. Juni

Eine Fortsetzung der Tarifverhandlungen ist für den 22. Juni 2026 geplant. Ob bis dahin weitere Warnstreiks stattfinden werden, ließ die Gewerkschaft offen.

Mit den aktuellen Arbeitsniederlegungen macht die NGG deutlich, dass sie das bisherige Angebot der Arbeitgeber nicht akzeptieren will. Damit dürfte sich der Tarifkonflikt in der norddeutschen Süßwarenindustrie in den kommenden Wochen weiter zuspitzen.

Hintergrund

Im Tarifgebiet der Süßwarenindustrie in Niedersachsen/Bremen sind rund 3.500 Beschäftigte tätig. Zu den Unternehmen zählen unter anderem:

Verschiedene Standorte von Bahlsen in (Hannover, Barsinghausen, Varel)

The Lorenz Bahlsen

TURM -Sahne

Verdener Keks- und Waffelfabrik Hans Freitag

Heidekeks

Wilhelm Reuss

Schluckwerder

Froneri Ice Cream

Prinsen Berning

In diesen Betrieben werden bekannte Produkte wie die Bahlsen Kekse, Lorenz Chips, Turm Kondensmilch, Penotti Brotaufstrich,  Mozartkugeln, Proteinriegel oder Nuii, Oreo oder Mövenpick Eis hergestellt.

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