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Jeder Sechste hat das Gastgewerbe im letzten Jahr verlassen

Region. Supermarktkasse statt Biertheke: Im Zuge der Corona-Pandemie haben Hannovers Hotels und Gaststätten einen erheblichen Teil ihres Personals verloren. Innerhalb des vergangenen Jahres hat jeder sechste Beschäftigte in der Stadt und Region Hannover den Job als Koch, Hotelangestellte oder Servicekraft aufgegeben. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) unter Verweis auf neueste Zahlen der Arbeitsagentur mit. .

„Viele Menschen freuen sich, nach langen Entbehrungen endlich wieder essen zu gehen oder zu reisen. Aber ausgerechnet in der Sommersaison fehlt einem Großteil der Betriebe das Personal, um die Gäste bewirten zu können“, sagt Thomas Domke von der NGG-Region Hannover. Verantwortlich für das Problem seien insbesondere die Einkommenseinbußen durch die Kurzarbeit, die Hotel- und Gastro-Beschäftigte dazu gezwungen hätten, sich beruflich umzuorientieren. Viele Probleme seien jedoch hausgemacht und hätten schon vor Corona bestanden – etwa die geringe Bezahlung und ungeregelte Arbeitszeiten. Nötig sei jetzt, die Branche durch Tarifverträge attraktiver zu machen. In ganz Niedersachsen haben binnen zwölf Monaten 26.000 Hotel- und Gastro-Mitarbeiter ihren Job gewechselt (jeder sechste Arbeitnehmer).