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Herein zum 1. Mai - Solidarität auf der digitalen Straße

Region.

Viele bedeutende Veranstaltungen und Ereignisse stehen in diesem Jahr aufgrund der aktuell anhaltenden Pandemie vor der Absage, oder wurden bereits für 2020 aus dem Kalender gestrichen, ob es sich nun dabei um Parteitage, Frühlings-, oder Schützenfeste handelt.

Auch der traditionsreiche Tag der Arbeit am 1. Mai kann nicht wie gewohnt stattfinden. So müssen die geplanten Kundgebungen und Demonstrationszüge auf tausenden Straßen und Plätzen der Republik ausfallen, ist doch das Risiko für die Teilnehmenden zu hoch. Wer jedoch nun annimmt, dass damit dieses Jahr auch den Forderungen nach mehr Gerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt oder besserer Bezahlung eine Absage erteilt worden ist, der irrt.

Denn der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ist mit der Zeit gegangen und feiert dieses Jahr eine Premiere. Unter dem Motto „Solidarisch ist man nicht alleine“ finden eine Onlinekundgebung mit vielerlei prominenten Namen, sowie eine Onlinedemonstration, statt. An letzterer kann jeder mit seinem Foto und der Aussage, was denn Solidarität für ihn oder sie persönlich bedeutet, teilnehmen. Wichtig ist nur, dass bei der Veröffentlichung der Hashtag #SolidarischNichtAlleine genutzt wird.

„Wir finden es hervorragend, dass der DGB neue Wege geht, um schwierige Hürden zu überwinden. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, uns dem Aufruf solidarisch anzuschließen“, so Burkhard Bisanz, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen im SPD-Bezirk Hannover. „Wir stehen wie jedes Jahr Schulter an Schulter mit unseren Kolleginnen und Kollegen. Normal wäre dies an vielen Orten überall in Niedersachsen verteilt der Fall gewesen. Nun zeigen wir uns halt digital solidarisch, speziell gegenüber den Mitarbeitern im Gesundheitswesen, den ausgebeuteten und unterbezahlten Pflegekräften, den Rettungsdiensten, Polizisten und vielen mehr, die tagtäglich ihren Dienst leisten und nicht die entsprechende Würdigung erhalten, die sie verdienen“, so Bisanz weiter.

„Solidarität bedeutet für mich aber auch tätig zu sein. In der Gesellschaft verbreitet sich immer mehr der Ungeist, dass pure Gesten irgendwem nützen würden, egal, ob man nun sein Facebookbild in eine Frankreichflagge hüllt, Hashtags mit #jesuiswergeradebetroffenist verbreitet, oder abends auf dem Balkon den Menschen Applaus zollt, die uns gerade mit ihrer harten Arbeit aus der Krise schaffen. Diese Dinge sind zwar alles nett gemeint, doch außer Symbolik bleibt am Ende nicht viel. Es muss gehandelt werden! Wertschätzung und Unterstützung misst man an anderen Dingen, als am Klatschpegel. Nur durch aktives Handeln kann Besserung erreicht werden.“, pflichtet der Pattenser Ratsherr Matthias Friedrichs, Mitglied im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen im SPD-Bezirk Hannover, Bisanz bei. „Nicht umsonst heißt es im Lied unseres Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins: ‚Mann der Arbeit, aufgewacht! Und erkenne deine Macht! Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will.‘ Gemeinsam sind wir stark und können mit der Anstrengung aller das Unmögliche erreichen. Das haben schon unsere Vorfahren erkannt und bewiesen, sonst hätte es nie Gewerkschaften gegeben. So gut wie alle Freiheiten, über die wir heute verfügen und die oft als selbstverständlich angesehen werden, sind mit viel Blut, Mühsal, Tränen und Schweiß erkämpft worden.“

Doch nicht nur innerhalb des AfA-Vorstandes beteiligen sich aktive Gewerkschaftsmitglieder. Auch der Laatzener Ratsherr und Vorsitzende des Ausschusses für Gesellschaft, Sport und Soziales, Ali Reza Sakhizada wird die Aktion des DGB unter dem Banner der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen unterstützen: „Ich finde es gut und richtig, dass der DGB den wichtigsten Tag der Werktätigen nicht einfach ausfallen lassen hat. Solidarität ist gerade in der heutigen Zeit, in der die Spanne zwischen Arm und Reich immer breiter wird, in der immer mehr menschenfeindliche Äußerungen und Ansichten an Anhängerschaft gewinnen, umso wichtiger. Solidarität ist ein Geben und Nehmen. Wir sind Teil einer Kette, die, wenn alle Glieder halten, nicht zu zerstören ist. Solidarität bedeutet, für einander da zu sein. Jenen zu helfen, die sich in Not befinden und selbst Hilfe zu erhalten, wenn es einem schlecht gehen sollte“, so Sakhizada, der wie Friedrichs Mitglied SPD ist.

„Und so können Ali und ich schon einmal einen Teil dieser Kette vor Ort bilden, sowie viele dazu aufrufen, sich uns anzuschließen. Zwei Städte, zwei Ratsherren, zwei Ausschussvorsitzende, getrennt durch die Leine, vereint in den Idealen. Diesmal heißt es dann aber auch nicht ‚Hinaus zum 1. Mai!‘, sondern eher ‚Hinein zum 1. Mai!‘, möchte ich noch anmerken“, scherzt der Vorsitzende des Schul- und Bildungsausschusses der Stadt Pattensen und Mitglied der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Matthias Friedrichs, zum Abschluss.