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Arbeiten am ersten Gutachten zum Nachtflugverkehr am Flughafen Hannover beginnen

Symbolfoto. Quelle: pixabay.

Region. Diese Woche wurde im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung (MW) das Konzept für das erste Gutachten zum Nachtflugverkehr am Flughafen Hannover-Langenhagen vorgestellt. Das MW hatte dazu die wirtschaftspolitischen Sprecher der Landtagsfraktionen sowie Vertreter der Bürgerinitiativen, der Anrainerkommunen, der Fluglärmschutzkommission und der Flughafenbetreiberin eingeladen..

Mit dem Gutachten wird ein Prozess begonnen, bei dem es darum geht, alle fachlichen Seiten des Nachtflugs in Hannover umfassend gutachterlich untersuchen zu lassen. In dem ersten Gutachten werden die Lärmimmissionen entlang der nächtlichen Flugrouten in der Region Hannover betrachtet und bewertet. Im weiteren Verlauf soll es auch ein Gutachten zu den betriebs- und volkswirtschaftlichen Aspekten des Nachtflugs geben. In einem dritten Schritt soll ein Dialog zwischen der Flughafengesellschaft und dem Flughafenumfeld initiiert werden: mit dem Ziel, Verbesserungen für die Fluglärmbetroffenen zu schaffen, ohne die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Flughafens zu gefährden. Dieser Prozess geht auf eine Entschließung des Niedersächsischen Landtags zurück.

Das MW hat das erste Gutachten ausgeschrieben und den Zuschlag der GvW Graf von Westphalen Partnerschaft Rechtsanwälte Steuerberater mbB, München, erteilt. Diese arbeitet mit zwei Unternehmen zusammen: der ACCON GmbH, Greifenberg, und dem Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrum der Charité-Universitätsmedizin Berlin.

Das von den drei Gutachtern vorgestellte Konzept sieht zur Betrachtung der Lärmimmissionen eine Berechnung und Bestimmung verschiedener Lärmzonen vor. Es wird auch ermittelt, wie viele Personen in diesen Zonen leben und von den jeweiligen Lärmimmissionen betroffen sind. Ergänzend sollen in den sechs verkehrsreichsten Monaten des Jahres 2024 (Mai bis Oktober) Messungen an vier ausgewählten Standorten über jeweils drei Monate erfolgen. Die Ergebnisse werden dann sowohl lärmmedizinisch bewertet als auch rechtlich eingeordnet.

Das geplante Vorgehen wurde den Flughafen-Stakeholdern während der heutigen Veranstaltung detailliert erläutert. Die Flughafen-Stakeholder haben nun die Möglichkeit, dem MW innerhalb der nächsten Woche Hinweise und Anmerkungen zu dem geplanten Konzept zukommen zu lassen.

Niedersachsens Verkehrs- und Wirtschaftsminister Olaf Lies: „Das Thema „Nachtflug" wird seit vielen Jahren intensiv, kontrovers und auch sehr emotional diskutiert. Daher ist es gut und richtig, dass wir uns jetzt transparent auf den Weg machen und mit den Gutachten eine objektive Grundlage für den weiteren Austausch schaffen. Ich bin optimistisch, dass es im weiteren Prozess gelingen wird, Lösungen zu finden, die zu einer Verbesserung der Lärmsituation führen, aber auch für alle Seiten tragbar sind."