Anzeige

Landesfrauenrat fordert geschlechtergerechte Digitalisierung

Symbolfoto. Quelle: Pixabay.

Region. Der Prozess der Digitalisierung hat insbesondere durch die Corona-Pandemie einen dynamischen Schub erfahren. Durch den zunehmenden Einsatz von Homeoffice haben sich neue Herausforderungen für die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit ergeben. Vor allem Frauen sehen sich mit alten Rollenbildern konfrontiert. Feststellbar sind geschlechtsspezifische Unterschiede bei Zugang, Nutzung und Gestaltung digitaler Technik, Kompetenzerwerb und Sichtbarkeit von Frauen in digitalen Arbeitsprozessen. .

„Wir müssen Digitalisierung und Geschlechtergerechtigkeit zusammen denken und strategisch verzahnen“, fordert die Vorsitzende des Landesfrauenrates Niedersachsen anlässlich des morgigen Digitaltages: „Die Handlungsempfehlungen des Gutachtens „Digitalisierung geschlechtergerecht gestalten“ zum Dritten Gleichstellungsbericht müssen zügig umgesetzt werden, damit Frauen in gleicher Weise wie Männer von der digitalen Transformation profitieren.“, so Marion Övermöhle-Mühlbach.

Besonders wichtig ist dem Landesfrauenrat Niedersachsen, dass klare Rahmenbedingungen für mobiles Arbeiten geschaffen werden, ebenso wie für Plattformarbeit und Crowd-Working. Beim Einsatz von Algorithmen sind die Kriterien transparent dazulegen, damit Rollenstereotype sowie Diskriminierungen vermieden werden. Auch muss der Schutz vor geschlechtsbezogener digitaler Gewalt sowohl im Arbeitsraum wie im privaten Bereich verstärkt werden.

Fortschritt in der Digitalisierung ist aus ethischer und feministischer Sicht geschlechtergerecht, inklusiv und partizipativ zu gestalten. Der Landesfrauenrat Niedersachsen wendet sich gegen eine Fixierung auf das technisch Machbare, und betont, dass Digitalisierung den Menschen nutzen soll, und nicht umgekehrt.

Expertinnen aus den Reihen der über 60 Mitgliedsverbände des Landesfrauenrates Niedersachsen haben sich zu einer Fachgruppe zusammengeschlossen. Sie werden in den nächsten Wochen ein Themenpapier „Digitalisierung geschlechtergerecht gestalten!“ für die Frauenlobby vorlegen.

Der Landesfrauenrat Niedersachsen (LFRN) ist ein Zusammenschluss über 60 Frauenverbänden und Frauengruppen gemischter Verbände, der über 2,2 Millionen Frauen vertritt.