Barsinghausen. Das Polizeikommissariat Barsinghausen hat seinen Verkehrssicherheitsbericht für das Jahr 2025 vorgestellt. Die Zahlen zeigen einen deutlichen Rückgang bei den Gesamtunfällen — doch einige Entwicklungen bereiten der Behörde weiterhin Sorgen.
Die Unfalllage im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats (PK) Barsinghausen hat sich im vergangenen Jahr spürbar verbessert. Dies erklärten nun Ludger Westermann, Leiter des PK Barsinghausen und Claas Wentzler, Leiter Einsatz- und Streifendienst.
Mit insgesamt 684 registrierten Verkehrsunfällen wurde der niedrigste Wert der vergangenen fünf Jahre erreicht - ein Rückgang um 61 Unfälle gegenüber 2024 (745) und weit unter dem Fünfjahreshoch von 778 im Jahr 2023. Parallel dazu sank die Zahl der Verunglückten von 150 im Jahr 2024 auf 129, und die Unfälle mit Personenschaden gingen von 114 auf 101 zurück.
Besonders hervorzuheben: Im zweiten Jahr in Folge kam kein Mensch im Straßenverkehr des Kommissariatsbezirks ums Leben. In den Jahren 2021 bis 2023 hatte es noch vier, drei und einen Todesfall gegeben. Auch die Zahl der Schwerverletzten sank deutlich - von 15 im Jahr 2024 auf nun zehn, den tiefsten Stand seit 2021 (damals 16). Die häufigsten Unfallursachen waren Vorfahrtsverstöße (44 Fälle, nach 42 in 2024) und überhöhte Geschwindigkeit (24 Fälle, nach 17 in 2024).
Im Jahr 2025 ist nur ein Motorradfahrer bei einem Wildunfall schwer verletzt worden.
Kinder so sicher wie selten
Bei den besonders schützenswerten Verkehrsteilnehmern unter 14 Jahren verzeichnet die Polizei ebenfalls einen Fünfjahrestiefstand: Nur acht Kinder wurden verletzt, keines davon schwer oder tödlich. Zum Vergleich: 2024 waren es noch 18 verletzte Kinder, darunter drei Schwerverletzte und ein Todesfall. Lediglich ein Schulwegunfall ereignete sich im gesamten Jahr 2025 - nach drei Schulwegunfällen in 2024 und zwei in den Jahren 2021 und 2023. Unter den verunglückten Kindern stellten Fußgänger mit 43 Prozent den größten Anteil.
Radfahrer: Rückgang trotz unvermindert hohem Risiko
Die Zahl der verunglückten Radfahrer sank von 34 im Vorjahr auf 29 - der niedrigste Wert seit 2022 (34). Die Gesamtzahl der Radunfälle allgemein bleibt mit 38 gleich zum Vorjahr, nach einem Höchststand von 50 im Jahr 2021. Gleichwohl bleibt die Gruppe ein zentrales Sorgenkind der Verkehrssicherheitsarbeit: Von 29 verunglückten Radfahrern trugen 17 zum Zeitpunkt des Unfalls keinen Helm. „Hier können wir als Polizei nur die Empfehlung wiederholen, stets einen Helm zu tragen“, so Ludger Westermann.
Ein örtlicher Schwerpunkt konnte nicht ausgemacht werden. Bei den schwerverletzten Rad-/Pedelec-Fahrern waren alle Unfälle atypisch bzw. alleinbeteiligt und für die Polizei nicht beeinflussbar. Pedelec-Fahrer zwischen 50 und 64 Jahren sowie über 65 Jahren waren mit je drei Betroffenen weiterhin überproportional vertreten.
E-Scooter-Unfälle nehmen zu
Deutlich angestiegen ist die Zahl der Unfälle mit E-Scootern: Mit neun Unfällen im Jahr 2025 wurde ein neuer Höchstwert erreicht - nach sechs Unfällen in 2024, zwei in 2023 und je einem in 2021 und 2022. Unter den Beteiligten befanden sich vier Personen unter 18 Jahren, nach zwei im Vorjahr. Die Polizei wertet das Unfallgeschehen in diesem Bereich jedoch überwiegend als atypisch.
Senioren und Fußgänger im Fokus
Bei den Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren bleibt die Lage auf konstantem Niveau: 26 Personen wurden verletzt, vier davon schwer. Die Leichtverletzten bleiben zum Vorjahr stabil, stiegen zu den Vorjahren aber an. Auffällig ist, dass rund 56 Prozent als ungeschützte Verkehrsteilnehmer - also zu Fuß, per Rad oder Pedelec - unterwegs waren. Auch die Zahl der verunglückten Fußgänger allgemein stieg von sieben in 2024 auf zwölf in 2025 - liegt damit aber noch unter dem Spitzenwert von 20 im Jahr 2023.
Unfallfluchten auf hohem Niveau
Ein Wermutstropfen bleibt die weiterhin hohe Zahl an Verkehrsunfallfluchten: 221 Fälle wurden 2025 bekannt, nach 234 im Rekordjahr 2024 und 208 im Jahr 2023. Der Anteil der Fahrerflucht an allen Unfällen stieg dennoch auf 32,3 Prozent - den höchsten Wert des Berichtszeitraums, da die Gesamtunfallzahl stärker sank als die Fluchtzahl. Zum Vergleich: 2023 lag der Anteil noch bei 26,7 Prozent. Die Aufklärungsquote blieb mit 41,18 Prozent (91 aufgeklärte Fälle) stabil auf dem Niveau der Vorjahre - 2024 waren es 91 Fälle bei einer Quote von 38,89 Prozent.
Wie in den vergangenen Jahren, gab es auch Verkehrsunfallfluchten mit Personenschaden (6 in 2025 und 2024 sowie 7 in 2023 und 8 in 2022). „Da ist jede eine zu viel“, so Wentzler, „Bei jeder Unfallflucht sind wir auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, um eine Aufklärung zu ermöglichen.“
Bei Alkohol am Steuer zeigt sich ein positiver Trend: Die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss sank auf fünf - nach zwölf in 2024 und acht in 2023. Die Gesamtzahl der registrierten Alkoholfahrten fiel von 50 in 2024 auf 29, den niedrigsten Stand seit 2021 (37). Bei Drogenfahrten blieb die Unfallzahl mit drei Fällen seit 2022 konstant, während die Zahl der Drogenfahrten ohne Unfall von 63 in 2024 auf 22 deutlich zurückging.
Ausblick 2026
Für das laufende Jahr setzt die Polizei Niedersachsen landesweit die Schwerpunkte Geschwindigkeit und Fahrtüchtigkeit im Straßenverkehr. Entsprechende Kontroll- und Präventionskampagnen sind bereits angelaufen.

