Hannover. Erneut hat sich die Zahl der Katholiken in der Katholischen Kirche in der Region Hannover verringert. Sie lag zum Ende des Jahres 2025 bei 121.049 Menschen. Das sind 4053 Mitglieder weniger als im Jahr zuvor. Dies geht aus der nun veröffentlichten kirchlichen Statistik für das Bistum Hildesheim hervor.
Die Zahlen im Einzelnen: Die Zahl der Kirchenaustritte ist nahezu identisch geblieben – von 2422 im Jahr 2025 auf 2440. Annähernd zwei Drittel davon entfallen auf die Landeshauptstadt Hannover. Auch die Anzahl der Beerdigungen ist fast gleich gebleiben gesunken, sie beträgt jetzt 1035 (2024: 1082). 70 Eintritte und Wiederaufnahmen in die Katholische Kirche gab es 2025 (2024: 90). Nicht von der Kirchlichen Statistik erfasst wird die Zahl der Um- und Zuzüge.
Die weiteren Zahlen: 591 Taufen wurden gefeiert (2024: 634), 868 Kinder gingen zur Erstkommunion (2024: 845), 546 junge Menschen empfingen das Sakrament der Firmung (2024: 632). Leicht gestiegen ist dagegen die Zahl der Trauungen, von 95 auf nunmehr 104. 5,9 Prozent der Katholik*innen Hannovers haben im statistischen Durchschnitt im vergangenen Jahr Gottesdienst gefeiert (2024: 7,7 Prozent). Wie üblich wurde die Zahl an zwei bundeseinheitlichen Zählsonntagen ermittelt, dem zweiten Fastensonntag und dem zweiten Sonntag im November – also 2025 am 16. März und am 9. November. Beide Termine sind normale Sonntage, also keine besonders geprägten Hochfeste. In die Statistik für Hannover fließen jedoch nicht die Gottesdienste ein, die in den in der Stadt ansässigen vier Missionen für Katholikinnen anderer Muttersprache gefeiert werden.
Zu den statistischen Daten des vergangenen Jahres erklärt das Leitungsteam der Katholischen Kirche in der Region Hannover:
„In absoluten Zahlen mögen wir weniger werden – aber im täglichen Leben merken wir, wie wichtig die Kirche in einer Gesellschaft wird, in der es immer härter zuzugehen scheint und immer weniger miteinander geredet wird“, sagt Propst Wolfgang Semmet. Das macht den Glauben als Anker im Leben bedeutsamer. Zuhören, auffangen, begleiten, auch Hoffnung stiften, das sei die Aufgabe von Seelsorge: „Gerade in Situationen, in denen sich Bedrohungen des Miteinanders zeigen und in denen Menschen an den Rand gedrängt werden.“ Hier zeigt die Katholische Kirche Solidarität – im Glauben und im Einsatz für andere, im Werben für Respekt und für die bedingungslose Würde eines jeden Menschen.
„Tag für Tag setzen sich Menschen in unseren Pfarrgemeinden und Verbänden aus ihrem Glauben heraus für andere ein“, betont Michael Gruber: „Räume werden zur Begegnung gegen Einsamkeit geöffnet, Kraft im gemeinsamen Gebet gesucht, um für ein gutes soziales Miteinander aller Kulturen und Religionen in Stadt und Region Hannover einzustehen.“ In Einrichtungen wie der Familienbildungsstätte und der Ehe-, Familien- und Lebensberatung sowie in Zusammenarbeit mit der Caritas, dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) und dem Malteser Hilfsdienst werden konkrete Hilfen und Unterstützung für Menschen in schwierigen Lebenssituationen angeboten. „Und das gut vernetzt mit den ehrenamtlichen Angeboten in den Gemeinden“, betont Gruber, der Sprecher des Dekanatspastoralrates ist – dem Parlament der Pfarrgemeinden und katholischen Verbände in der Region Hannover
Kindertagesstätten und Schulen, Erstkommunion und Firmung, Jugendfreizeit und jugendpastorales Zentrum Tabor: „Als Katholische Kirche begleiten wird Kinder und Jugendliche sowie ihre Familien über Jahre“, macht Lothar Auge geltend, wie Gruber ehrenamtliches Mitglied im Leitungsteam. Zwölf Kitas trägt die Katholische Kirche in der Region Hannover selbst, hinzu kommen Einrichtungen der Caritas und in einzelnen Pfarrgemeinden. „Ob Kita oder Schule oder Jugendarbeit in den Pfarreien – bei allen Angeboten geht um Bildung und mehr“, unterstreicht Auge: „Wir bieten den Raum für Fragen nach dem, was im Leben trägt, wie Gemeinschaft im Glauben gelebt werden kann, wie Religion und Kultur von Gespräch und Verständigung lebt.“ Mehr noch: „Katholische Schulen und unser Jugendzentrum Tabor leisten wertvolle Bildungsarbeit, damit Kinder und Jugendliche gute Chancen im Leben haben.“ Für Auge geht es um die Unterstützung, die Hilfe, den Weg im Leben zu finden: „Das wird immer wichtiger.“
Hinweis in Kürze: Der Katholischen Kirche in der Region Hannover gehören über 120.000 Katholiken an. Sie umfasst nicht nur die Landeshauptstadt, sondern reicht von Nienburg bis Lehrte und von Burgdorf bis Springe. Gegliedert ist die Katholische Region in 23 Pfarrgemeinden mit insgesamt 60 Kirchen und vier Missionen für Katholik*innen anderer Muttersprache sowie mehrerer Verbände. In enger Kooperation mit der Katholischen Familienbildungsstätte, der Caritas, den Maltesern und dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) werden zahlreiche Begegnungs-, Beratungs-, Betreuungs- und Unterstützungsmöglichkeiten angeboten. Die Haupt- und Mutterkirche ist die 1718 geweihte Basilika St. Clemens.

