Barsinghausen. Gemeinsam mit den Vereinen Biker-Brummi-Hilfe und Inter-National Children-Help hat die Barsinghäuser Stadtverwaltung einen Hilfstransport in die Ukraine auf die Beine gestellt. „Ein Teil der Güter ist für unsere Partnerstadt Kovel bestimmt“, sagt Bürgermeister Henning Schünhof. Unter anderem seien Pflegebetten und Pflegehilfsmittel sowie Bekleidung für alle Altersgruppen, Feuerwehrmaterial und Möbel auf dem Weg in die Westukraine. „Außerdem haben wir auch Spendengüter der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit nach Kovel geschickt. Es handelt sich dabei um Outdoor-Sportgeräte“, ergänzt der Verwaltungschef.
Die Stadt Barsinghausen hatte sich im Herbst vergangenen Jahres für die Förderung durch die GIZ stark gemacht und kurz darauf den Zuschlag erhalten. „Wir hatten bereits Ende 2023 Spendengüter für Kovel eingeworben“, so Henning Schünhof weiter. Während die damalige Lieferung Bauhofausstattung umfasste und einen Wert von rund 150.000 Euro gehabt habe, habe sich die Verwaltung in Kovel bei diesem Durchgang die Sportgeräte gewünscht. „Die Spendengüter haben einen Wert von mehr als 55.000 Euro“, betont der Bürgermeister.
Er zeigte sich zufrieden, dass es erneut gelungen sei, kurz vor Ostern einen Hilfstransport in die Ukraine zu schicken. „Der vorherige Transport war kurz vor Weihnachten in Kovel eingetroffen. Bei dem jetzt gestarteten Transport war das Ziel, rechtzeitig vor Ostern die Güter in unsere Partnerstadt zu liefern. Wir wollen damit ein Zeichen setzen, dass die Menschen in Kovel nicht allein mit ihrem Leid sind, sondern dass wir an ihrer Seite stehen und sie auch nach mehr als vier Jahren Krieg weiter unterstützen werden“, unterstreicht Henning Schünhof.
Sein Amtskollege Igor Chaika aus Kovel bedankte sich für die Unterstützung aus Barsinghausen. Der jüngste Transport sei wie die vorangegangenen für ihn ein Zeichen „aufrichtiger Solidarität und herzlicher Partnerschaft“. „Es freut uns sehr, dass unsere Freundschaft über die Jahre hinweg fortbesteht und immer stärker wird. Das bedeutet uns sehr viel“, hebt Igor Chaika in seinem Schreiben hervor. Wie Henning Schünhof und Benjamin Schrader als Organisator der Kovel-Hilfe in der Stadtverwaltung betonen, will sich Barsinghausen auch in diesem Jahr für eine neue Förderung durch die GIZ einsetzen. „Wir haben bereits die Bedarfe mit unseren Freundinnen und Freunden in Kovel abgestimmt“, so Benjamin Schrader.
Die Biker-Brummi-Hilfe ist ein Verein, der sich aus Motoradfahrern und Lkw-Fahrern zusammengetan hat, um Menschen in Ost- und Südosteuropa zu helfen. „Wir haben in unserem Verein Menschen, die sich seit mehreren Jahrzenten für die Hilfe in anderen Ländern einsetzen. Durch den Krieg in der Ukraine möchten wir gerade dort Hilfe leisten und wir konnten schon vergangenes Jahr mit Krankenhaus-Material in einigen Regionen helfen“, sagt Holger Bade aus Barsinghausen, der sich in dem Verein engagiert. Sobald die Biker-Brummi-Hilfe genügend Hilfsgüter gesammelt habe, organisieren er und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter Transporte und bringen die Güter zu den Menschen, die es brauchen. „Dabei arbeiten wir eng mit Städten und Gemeinden zusammen. Ich freue mich natürlich persönlich als Barsinghäuser, gerade auch bei diesem Transport einen Teil der Hilfsgüter zur Verfügung zu stellen, die der Partnerstadt Kovel zugutekommen.“
Der Verein Inter-National Children Help (ICH) mit Sitz in Stadthagen besteht nach Angaben von Karl-Werner Coith, der für den Verein als Logistics Manager ehrenamtlich tätig ist, seit mehr als 20 Jahren und ist nicht nur in Deutschland aktiv, sondern in mehr als 30 Ländern. Der aktuelle Transport ist der 23. des Inter-National Children-Help seit dem Kriegsbeginn am 24. Februar 2022. Ein bedeutender Schwerpunkt der humanitären Hilfen des ICH ist die Ukraine nach Kriegsbeginn geworden.
„Die Zusammenarbeit von ICH und der Stadt Barsinghausen hat sich aus unserer Sicht gut entwickelt“, sagt Karl-Werner Coith. Als Beispiel aus seiner Sicht: Alle, die in der Organisation des Transportes vor Weihnachten involviert waren, haben ihr Bestes gegeben, um die vielen Probleme schnellstens zu lösen, damit der Transport noch vor Weihnachten in Kovel ankommen konnte. Dasselbe galt nun auch für den Transport vor Ostern
Der Verein ICH führt selbst auch Transporte in die Ukraine durch, beispielsweise beladen mit Krankenhausbetten und anderer Klinikausrüstung. Dabei arbeite ICH eng mit Ärzten aus der Ukraine zusammen, die aktuell in Nordrhein-Westfalen tätig seien. Betten und Klinikausrüstungen werden dem ehrenamtlichen Logistics Manager zufolge dringend gebraucht für die benötigten Kapazitäts-Erweiterungen der Kliniken in der Westukraine. Hier werden die verwundeten Soldaten aus der Ost- und Südukraine, nachdem sie für den Transport fähig sind, weiterbehandelt und gepflegt.

