Kirchdorf. Seit 2022 ist Transdev für den S-Bahn-Verkehr in der Region Hannover verantwortlich. Der aktuelle Vertrag läuft bis 2034. Von Anfang an lief der Betrieb nicht rund. Immer wieder kam und kommt es zu Ausfällen – man ist weit entfernt von einem verlässlichen ÖPNV. Der CDU-Ortsverband hat sich nun mit Oliver Junk, CDU-Kandidat für das Amt des Regionspräsidenten, und Tilman Kuban, CDU-Bundestagsabgeordneter, am Bahnhof Kirchdorf getroffen. Die verspätete Ankunft von Junk unterstrich die Probleme.
Kritik an Transdev und der Infrastruktur
Mit Muffins positionierten sich die CDU-Mitglieder am Kirchdorfer Bahnhof, um über die Probleme im S-Bahn-Verkehr zu sprechen. Erwartet wurde noch Oliver Junk. An dessen Verspätung zeigte sich bereits das Problem. Aufgrund der Unzuverlässigkeit der S-Bahn wunderte es niemanden, dass Junk mit dem Auto anreiste. Aufgrund hohen Verkehrsaufkommens verspätete sich Junks Ankunft – aber er kam an.
„Die Verkehrswende war gewollt, funktioniert so aber nicht“, kritisierte Junk nach seiner Ankunft. Nicht alle Fehler würden bei Transdev liegen, da durch viele Baustellen auch die DB Netz ihren Beitrag zu den Problemen leiste. „Da hat die DB-Netz nach der Übernahme sicherlich auch nicht immer fair gespielt und gezielt viele Maßnahmen in der Region gestartet“, findet Roland Zieseniß von der CDU-Fraktion in der Region Hannover. Hinzu kämen bei Transdev aber Personalmangel und zu wenige Züge – und das seit Jahren.
„ÖPNV ist Daseinsvorsorge. Das darf auch Geld kosten“, so Junk weiter, „Die Region muss sich fragen, was es uns wert ist.“ Transdev sei aus strategischen Gründen mit einem Dumping-Angebot in die Ausschreibung gegangen und habe so als günstigster Anbieter gewonnen. Das räche sich nun, so Junk.
Auch Thomas Wolf äußert Kritik
Anwesend war auch Thomas Wolf, parteiunabhängiger Bürgermeisterkandidat für Barsinghausen. „Auch wenn ich parteiunabhängig antrete, bin ich FDP-Mitglied. Da sagen wir immer, dass man das Angebot einem privaten Anbieter geben sollte, wenn dieser es besser kann. Das ist hier leider nicht der Fall.“ Laut Wolf könne das Thema nicht in der Lokalpolitik gelöst werden. „Aufgabe der Lokalpolitik ist es aber, weiter streng einzufordern, dass das Angebot funktioniert.“
Mehr Druck auf den Betreiber gefordert
Für die Bürger ist nach Jahren der Unzuverlässigkeit wohl egal, wo die Probleme tagtäglich liegen mögen. „Da schieben sich DB und Transdev wohl auch gerne gegenseitig den schwarzen Peter zu“, so Zieseniß.
Welche Lösungen könnten für Verbesserungen sorgen?
Laut Tilman Kuban helfe nur mehr Druck und weiterhin der Klageweg. „Es hat ja bereits Strafzahlungen von Transdev gegeben. Es muss einfach stärker Verlässlichkeit entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen eingefordert werden. Das muss Transdev liefern. Ansonsten müssen Sonderkündigungsklauseln genutzt werden, um aus dem Vertrag herauszukommen.“
Junk ergänzt: „Transdev verdient an der Sache auch kein Geld mehr. Die würden sicherlich sofort aus dem Vertrag aussteigen. Wenn die überhaupt bis 2034 durchhalten.“
Region soll Alternativen vorbereiten
Wichtig sei daher nun, schnell eine Alternative aufzubauen. Eine Ausschreibung für einen neuen Anbieter dauere schnell drei Jahre. Auch der Vorschlag von Junk, innerhalb der ÜSTRA eine Eisenbahnsparte für die Region aufzubauen, brauche entsprechende Vorlaufzeit.
„Die Region muss sich strategisch stärker mit der Organisation ihres Nahverkehrs beschäftigen. Zentrales Thema muss werden, wie die fachliche Kompetenz und Steuerungsfähigkeit ins eigene Haus geholt werden können“, so Junk.
Kurzfristig keine Entspannung in Sicht
Eine kurzfristige Verbesserung für die Bürger ist somit nicht zu erwarten. Ob sich die Lage im S-Bahn-Verkehr langfristig verbessern wird, bleibt abzuwarten. Und warten zu müssen – das haben die Pendler in den vergangenen Jahren bereits gelernt.

