Barsinghausen/Hamburg. Beim Ironman Hamburg hat Ernst Wildhagen vom TSV Barsinghausen erneut seine außergewöhnliche Ausdauer unter Beweis gestellt. Der Triathlet belegte in seiner Altersklasse den dritten Platz und sicherte sich damit die Qualifikation für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii. Für Wildhagen wird es nach 2013 die zweite Teilnahme an der prestigeträchtigen WM sein.
Der Ironman Hamburg gilt als eine der größten Herausforderungen im Ausdauersport. Auf die Athletinnen und Athleten warteten 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und ein abschließender Marathon über 42,2 Kilometer. Für Ernst Wildhagen war es bereits der neunte Start über die Langdistanz.
Schwierige Bedingungen auf der Außenalster
Das Wetter zeigte sich dabei von seiner norddeutschen Seite. Wind, Regen und kühle Temperaturen machten den Teilnehmern zu schaffen. Bereits beim Schwimmen in der Außenalster sorgten Wellen und Gegenwind für anspruchsvolle Bedingungen.
Wildhagen benötigte für die erste Disziplin 1:16 Stunden. Dass er damit bereits auf Rang drei seiner Altersklasse lag, erfuhr er erst in der Wechselzone durch einen Zuruf seiner Frau Andrea.
Starke Leistung auf dem Rad
Auf der Radstrecke spielte der Barsinghäuser seine Stärken aus. Die flache Strecke führte über zwei Runden à 90 Kilometer durch Hamburg und entlang des Deiches. Windweste und Armlinge erwiesen sich dabei als hilfreicher Schutz gegen Regen und kühle Böen.
Mit einem Durchschnittstempo von 36,1 Kilometern pro Stunde absolvierte Wildhagen die 180 Kilometer in starken 4:54 Stunden. Glück hatte er dabei auch, denn auf der Strecke kam es zu einer Sabotageaktion. Nach Angaben der Veranstalter wurden an mehreren Stellen Metallsplitter auf die Fahrbahn gestreut. Mehr als 100 Teilnehmer erlitten dadurch Reifenschäden, teilweise kam es sogar zu Stürzen und Knochenbrüchen.
Marathon trotz Knieverletzung
Mit fast 30 Minuten Vorsprung ging Wildhagen als Führender seiner Altersklasse auf die Laufstrecke. Dort begann jedoch der schwierigste Teil des Wettkampfs. Aufgrund einer Knieverletzung kann der TSV-Sportler eigentlich nicht mehr laufen.
Um dennoch an den Start gehen zu können, hatte er sich gezielt die Geher-Technik angeeignet. So absolvierte er den Marathon überwiegend im schnellen Gehen. Mit einer Zeit von 5:01 Stunden musste er zwar noch zwei Konkurrenten vorbeiziehen lassen, zeigte sich mit Rang drei jedoch äußerst zufrieden.
Hawaii-Ticket über neues Wertungssystem
Spannend wurde es einen Tag später bei der Siegerehrung und der Vergabe der Startplätze für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii. Erstmals wurden die Qualifikationsplätze nicht ausschließlich nach Altersklassen vergeben, sondern zusätzlich über ein sogenanntes Performanceranking.
Dabei wird die Zielzeit jedes Athleten mit einem Altersfaktor verrechnet, um die Leistungen altersübergreifend vergleichbar zu machen. Wildhagens Gesamtzeit von 11:26 Stunden entsprach dabei einer umgerechneten Zeit von 8:38 Stunden in der Altersklasse M30.
Im Gesamtranking belegte der Barsinghäuser damit Platz 45 von insgesamt 1.848 männlichen Teilnehmern. Da mehrere Athleten vor ihm bereits bei anderen Rennen einen Startplatz für Hawaii erhalten hatten, rückte Wildhagen nach und sicherte sich die erneute Qualifikation für die Weltmeisterschaft am 10. Oktober 2026.
Auch für die WM in Dubai qualifiziert
Neben dem Hawaii-Ticket hat sich Wildhagen zudem für die Aquabike-Weltmeisterschaft in Dubai qualifiziert. Bei dieser Disziplin handelt es sich um einen Triathlon ohne abschließenden Laufwettbewerb. Bereits 2021 wurde der Barsinghäuser in dieser Sportart Vizeweltmeister.
Ob die Weltmeisterschaft in Dubai aufgrund der aktuellen Situation wie geplant stattfinden kann, ist derzeit allerdings noch offen, so das Team Wildhagen.

