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Stieleiche an der Margarethenkirche aus Sicherheitsgründen gefällt – neue Friedenseiche soll folgen

Archivbild.

Gehrden. Die rund 155 Jahre alte Stieleiche links neben dem Eingang der Margarethenkirche ist am Montag, 14. September, gefällt worden. Grundlage der Entscheidung war die fachliche Einschätzung von Baumexperten, die im Auftrag der Stadt Gehrden regelmäßig alte Bäume auf ihre Verkehrssicherheit prüfen – auch auf dem Kirchhof der Margarethenkirche.

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Die Fachleute bescheinigten der Eiche nur noch eine sehr begrenzte Standsicherheit. Für die Kirchengemeinde war der Erhalt des Baumes damit nicht länger zu verantworten.

Die Eiche stand unmittelbar am Kirchendach sowie an einem täglich stark genutzten Bereich rund um Kirche und Markt. Bei einem Bruch hätte der Baum das Dach der Margarethenkirche beschädigen können. Vor allem aber bestand eine erhebliche Gefahr für Passantinnen und Passanten – auch für Kinder, die den Kirchhof und die Wege rund um die Kirche regelmäßig nutzen.

Seit Jahren war an der Eiche der Schwefelporling sichtbar, ein holzzersetzender Pilz. Dieser Pilz greift bei alten Eichen das Holz im Inneren an und entzieht ihm seine Elastizität. Ein befallener Stamm kann äußerlich weiterhin fest wirken und eine grüne Krone tragen. Gleichwohl kann das Holz so spröde werden, dass Stamm oder Äste bei Wind und Sturm plötzlich brechen.

Zwei Schalltomographien im Abstand eines Jahres bestätigten den Befund. Sie zeigten, dass der Schaden im Inneren des Stammes deutlich fortgeschritten war. Die tragfähige Außenwand reichte nicht mehr aus, um die Krone verlässlich zu sichern. Hinzu kam eine weitere Schwächung im Bereich eines großen Astansatzes durch Pilzbefall.

„Dass beim Sägen noch fest erscheinendes Holz sichtbar wurde, ändert an der fachlichen Bewertung nichts“, so die Baumexperten. „Bei der durch Schwefelporling verursachten Braunfäule kann Holz hart wirken, obwohl seine Biege- und Bruchfestigkeit bereits erheblich vermindert ist.“

Die Kirchengemeinde trägt Verantwortung für die Verkehrssicherheit auf dem Kirchhof. Nach dem eindeutigen Befund der Fachleute hätte ein Zuwarten Menschen gefährden können; zugleich wäre es im Schadensfall auch haftungs- und versicherungsrechtlich nicht zu vertreten gewesen.

Die gefällte Eiche galt als Gehrdener Friedenseiche. Sie war nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und der Gründung des Deutschen Kaiserreichs gepflanzt worden und gehörte zusammen mit dem Obelisken des Denkmals von 1870/71 zum historischen Ensemble am Kirchhof der Margarethenkirche.

Der Stamm soll auf Vorschlag der Stadt Gehrden verkauft werden. Der Erlös fließt vollständig in die Nachpflanzung eines neuen Baumes. Kirchengemeinde, Stadt, Heimatbund sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger „sollten gemeinsam beraten, wie an diesem historischen Ort eine neue Friedenseiche gepflanzt und das dazugehörige Denkmal wieder aufgerichtet werden kann“ – so der Vorsitzende des Kirchenvorstands, Pastor von Heyden.

Dabei soll es nicht nur um die Wiederherstellung eines vertrauten Bildes gehen. Die Geschichte des Ortes bietet Anlass, über Krieg, Frieden und Erinnerung neu ins Gespräch zu kommen. „Ein neuer Friedensbaum sollte nicht einfach das Alte wiederholen“, so der Pastor. „Neben der Kirche kann er daran erinnern: Frieden ist mehr als Sieg oder Rechtbehalten; er wächst aus einer tieferen Quelle – und aus Erinnerung, Zuhören, sowie dem Mut, aufeinander zuzugehen.“

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