Ronnenberg. Die Grünen Ronnenberg haben für die Kommunalwahl am 13. September 2026 ihre Kandidatinnen und Kandidaten aufgestellt. Bei der Versammlung im Gemeinschaftshaus Ronnenberg entschieden sich die Mitglieder für eine Mischung aus erfahrenen Kommunalpolitikern und neuen Bewerbern. Neben den Listen für den Stadtrat und die sechs Ortsräte wurde auch die Kandidatur für das Bürgermeisteramt offiziell bestätigt.
Zu Beginn der Versammlung sprach die Grünen-Landtagsabgeordnete Evrim Camuz zu den Mitgliedern. Sie hob die Bedeutung des kommunalpolitischen Engagements hervor und betonte die zentrale Rolle der Städte und Gemeinden für das tägliche Leben der Menschen. Gleichzeitig dankte sie Patrick Bellmer für seine Bereitschaft, bei der Bürgermeisterwahl anzutreten.
Vereine, Familien und Jugendliche im Fokus
Der 47-jährige Patrick Bellmer war bereits im Januar vom Ortsverband nominiert worden. Mit der Aufstellungsversammlung erhielt er nun auch die offizielle Zustimmung der Mitglieder. In seiner Rede stellte Bellmer zentrale Punkte seines Wahlprogramms vor.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung von Vereinen und Initiativen. Ehrenamtliches Engagement verdiene mehr als Anerkennung in sozialen Netzwerken, erklärte Bellmer. Notwendig seien vielmehr verlässliche und gerechte Rahmenbedingungen.
Auch Familien mit kleinen Kindern möchte der Bürgermeisterkandidat stärker entlasten. Nach seinen Angaben summieren sich Ferienzeiten, Fortbildungen und weitere Ausfallzeiten in den Betreuungseinrichtungen auf rund fünf Wochen pro Jahr. Hinzu kämen Einschränkungen durch Personalausfälle und krankheitsbedingte Schließungen. Dies stelle viele berufstätige Eltern vor große Herausforderungen. Bellmer sprach sich daher für neue Konzepte aus, die Eltern entlasten sollen, ohne das Kita-Personal zusätzlich zu belasten. Gleichzeitig müssten Krippen und Kindergärten stärker als Bildungseinrichtungen verstanden werden. Dafür seien Fortbildungen und höhere Qualitätsstandards notwendig.
Neues Jugendzentrum gefordert
Ein weiteres wichtiges Thema ist die Jugendarbeit. Bellmer sprach sich deutlich für den Neubau eines modernen Jugendzentrums aus. Das bestehende Gebäude könne aufgrund seiner Struktur nur eingeschränkt genutzt werden, sei nicht barrierefrei und weise erheblichen Sanierungsbedarf auf.
„Deshalb stehe ich für die Schaffung eines neuen, modernen Jugendzentrums. Wir dürfen unsere Jugend nicht länger das Gefühl geben, sie seien hier nicht erwünscht“, sagte Bellmer.
Mehr Ordnung im öffentlichen Raum
Auch Fragen der Sicherheit und Ordnung griff der Bürgermeisterkandidat auf. So möchte er die Probleme mit abgestellten Leih-Scootern und Leih-Fahrrädern durch einen Systemwechsel lösen. Zudem sprach er sich für eine konsequentere Verfolgung von Parkverstößen auch in den Abendstunden aus. Ebenso kündigte er ein härteres Vorgehen gegen Vermüllung und nicht zugelassene Fahrzeuge im öffentlichen Raum an.
„Wer sich in seiner Stadt wohlfühlen will, der braucht ein Umfeld, das sauber, sicher und geordnet ist. Das ist kein Luxus, das ist eine Grundvoraussetzung“, erklärte Bellmer.
Haushaltsprobleme bleiben große Herausforderung
Als eine der größten Aufgaben der kommenden Jahre bezeichnete Bellmer die angespannte Haushaltslage der Stadt Ronnenberg. Die finanziellen Schwierigkeiten seien nach seiner Auffassung nicht auf Verschwendung zurückzuführen. Vielmehr würden Bund und Länder den Kommunen immer wieder neue Aufgaben übertragen, ohne die dafür notwendigen Mittel bereitzustellen.
Als Beispiel nannte er den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in Grundschulen. Die hierfür notwendigen Neu- und Umbauten könnten die Stadt nach seinen Schätzungen mehr als 100 Millionen Euro kosten.
Ziel müsse langfristig ein ausgeglichener Haushalt sein. Dafür seien jedoch intensive Gespräche mit dem Land über die Verteilung und Finanzierung kommunaler Aufgaben erforderlich. Gleichzeitig wandte sich Bellmer gegen pauschale Sparmaßnahmen. Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Vereine und gesellschaftlichen Zusammenhalt dürften nicht dem Rotstift zum Opfer fallen.
Dorothea Pein führt Liste für den Stadtrat an
Für die Wahl zum Stadtrat nominierten die Ronnenberger Grünen insgesamt 13 Kandidatinnen und Kandidaten. Die Liste wird von Dorothea Pein angeführt. Auf den weiteren Spitzenplätzen folgen Patrick Bellmer, Tanja Lutz, Michael Below und Heribert Fabry.
Mit ihrer Kandidatenaufstellung wollen die Grünen nach eigenen Angaben Erfahrung und neue Impulse miteinander verbinden und sich für die Kommunalwahl im September in Stellung bringen.
Die komplette Liste der Kandidatinnen und Kandidaten:
1. Dorothea Pein
2. Patrick Bellmer
3. Tanja Lutz
4. Michael Below
5. Heribert Fabry
6. Theda Riebe
7. Uwe Buntrock
8. Annette Friedrich
9. Dieter Albrecht
10. Anne Best
11. Andreas Beichler
12. Swanette Schoemaker
13. Konstantin Knorr
Die Kandidatinnen und Kandidaten für den Ortsrat Benthe
1. Theda Riebe
2. Ulrich Schmersow
3. Hans-Werner Richter
4. Jessica Wurmbäck
5. Yvonne Meinecke
6. Christin Tute
Die Kandidatinnen und Kandidaten für den Ortsrat Empelde
1.Birgit Neubacher-Westhaus
2. Margret Eulgem
3. Ina Ostermoor
4, Uwe Vehlies
5. Angela Lay
6. Marion Hesse
7. Anne Best
8. Annette Friedrich
9. Andreas Beichler
10. Uwe Buntrock
Ortsrat Ihme-Roloven und Linderte
Für den Ortsrat Ihme-Roloven kandidiert Konstantin Knorr, für den Ortsrat Linderte Mathias Pfaus. Jeweils drei Kandidatinnen beziehungsweise Kandidaten treten für den Ortsrat Ronnenberg und Weetzen an.
Ortsrat Ronnenberg
1. Bettina Küstermann
2. Hivin Arbo
3. Dorothea Pein
Ortsrat Weetzen
1. Semra Sagdic
2. Steffen Wienberg
3. Sylvie Röhrkasten

