Ronnenberg. Bündnis 90/Die Grünen in Ronnenberg gehen mit einem eigenen Kandidaten in den Bürgermeisterwahlkampf 2026. Der Ortsverband hat Patrick Bellmer mit großer Mehrheit nominiert: Mehr als 96 Prozent der anwesenden Mitglieder sprachen dem 46-Jährigen ihr Vertrauen aus.
Bellmer ist gebürtiger Hannoveraner und lebt seit Anfang der 1990er-Jahre in Ronnenberg, heute mit seiner Familie im Ortsteil Empelde. Beruflich arbeitet er als Journalist für einen IT-Verlag mit den Schwerpunkten Finanzen und Mobilität. Politische und verwaltungsnahe Erfahrung bringt er zudem aus seinem ehrenamtlichen Engagement mit: Seit Herbst 2024 ist Bellmer Vorsitzender des Stadtelternbeirats Ronnenberg, der die Interessen von Eltern aus Krippen, Kindergärten und Horten vertritt. In dieser Funktion konnte er bereits Einblicke in die kommunalpolitische Arbeit und die Abläufe innerhalb der Verwaltung gewinnen.
Zu seinen zentralen Themen zählen für ihn die Stadtentwicklung sowie die Stärkung und Weiterentwicklung der Ortskerne. Ebenso wichtig ist ihm der Ausbau des sozialen Miteinanders in Ronnenberg. Ein weiterer Fokus liegt auf der Anpassung an die klimatischen Herausforderungen, die seiner Ansicht nach häufig zu Unrecht als überzogen oder unnötig dargestellt werden.
Bellmer betont, dass viele Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen ganz konkrete Vorteile für die Kommunen mit sich bringen. Als Beispiele nennt er die Entsiegelung von Flächen, die die Kanalisation entlaste und langfristig Kosten spare, sowie die Verschattung großer Parkplätze. Diese biete nicht nur Raum für Photovoltaikanlagen, sondern sorge im Sommer für kühlere Autos und bei Regen für trockene Wege auf dem Weg in die Geschäfte.
Gleichzeitig zeigte sich der Bürgermeisterkandidat realistisch mit Blick auf die finanzielle Situation der Kommunen. Die angespannte Haushaltslage mache Priorisierungen notwendig, sodass nicht alle Vorhaben kurzfristig umgesetzt werden könnten. Umso wichtiger sei es aus seiner Sicht, dass Bürgermeister und Politik den Druck auf Land und Bund erhöhen. Immer mehr Aufgaben würden an die Kommunen übertragen, ohne dass diese ausreichend finanziert würden. Das schränke den Handlungsspielraum erheblich ein und führe zu Frustration – nicht nur in der Politik, sondern auch bei den Bürgerinnen und Bürgern.

