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Neujahrsempfang des NFV mit Rudi Völler – Rund 190 Gäste zu Gast im Zechensaal

Neujahrsempfang des NFV mit Rudi Völler. Quelle: Lars Kaletta.

Barsinghausen. Bereits zum 13. Mal lud der Niedersächsische Fußballverband Gäste aus den Bereichen Sport, Politik, Wirtschaft und Medien zum Krombacher Neujahrsempfang in den Zechensaal des Besucherbergwerkes Barsinghausen ein. Unter den rund 190 geladenen Besuchern waren neben Daniela Behrens, die niedersächsische Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung sowie Belit Onay, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover, auch einige Vertreter der niedersächsischen Vereine.

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So waren von Eintracht Braunschweig die Präsidentin Nicole Kumpis und der Geschäftsführer Wolfram Benz anwesend, während Hannover 96 von Henning Bindzus (Kaufmännischer Geschäftsführer) vertreten wurde. Auch Nikolaus Hahnenkamp, Vizepräsident des Drittligisten VfL Osnabrück und Dr. Hubertus Hess Grunewald (Präsident Werder Bremen) waren der Einladung zum Neujahrsempfang gefolgt, ebenso wie DFB-Schatzmeister Stephan Grunwald und André Kwiatkowski (Präsident) sowie Reinhard Rawe (Vorstandsvorsitzender) vom LandesSportBund Niedersachsen. Nach Barsinghausen gekommen war auch mit der 96-jährigen Maria Klewe auch das älteste Ehrenmitglied des NFV.

Sie alle verfolgten gespannt den Ausführungen des DFB-Sportdirektors und ehemaligen Weltmeisters Rudi Völler, der gemeinsam mit NFV-Präsident Ralph-Uwe Schaffert und Moderator Andreas Wurm bei einer launigen Podiumsdiskussion unter anderem über seine Anfänge als Teamchef der deutschen Mannschaft sprach. Sein erstes Spiel als Trainer der deutschen Nationalmannschaft bestritt der gebürtige Hanauer im Jahr 2000 ausgerechnet in Hannover. Der 4:1-Sieg gegen Spanien war der Startschuss für einen erfolgreichen Auftakt zur WM-Qualifikation 2002 in Japan und Südkorea, wo die deutsche Mannschaft unter Völler – für viele überraschend – Vize-Weltmeister wurde. Rund um seine Premiere als Trainer bereitete sich das Team in Barsinghausen auf das Spiel gegen die spanische Mannschaft um Raúl und Pep Guardiola vor. „Pep habe ich in der Vergangenheit immer mal wieder getroffen, da haben wir auch über das Spiel in Hannover gesprochen. Daran konnte er sich noch gut erinnern“, berichtete Völler schmunzelnd.

Als Spieler war der heutige DFB-Sportdirektor vor allem bei zwei Vereinen besonders erfolgreich – und hatte bei seiner ersten großen Station in Deutschland auch niedersächsische Wurzeln. „Meine besten Jahre hatte ich bei Werder Bremen und AS Rom – sowohl sportlich als auch privat. Ich habe drei Jahre in Oyten gewohnt, als ich in Bremen gespielt habe.“

Schatzschneider bescherte Völler Karriereschub

Dass Völler überhaupt an der Weser gelandet ist, lag auch an Dieter Schatzschneider, Vereinslegende von Hannover 96, und dessen Wechsel nach Hamburg. „Dieter und ich haben einige Spiele in der U 21 bestritten. Weil wir beide sehr erfolgreich unterwegs waren, kamen viele Angebote von anderen Vereinen. Ich wusste, dass Bremen auch an Dieter dran war, aber am Ende hat er sich für den HSV entschieden. Das war mein Glück, weil ich so nach Bremen gekommen bin.“

Schatzschneider, der auch unter den Ehrengästen war, konnte die Geschichte mit einer kleinen Anekdote ergänzen. „Otto Rehagel, der damalige Trainer in Bremen, war bei mir zuhause und hat mich sogar seinen Porsche auf dem Hof fahren lassen, obwohl ich keinen Führerschein hatte. Er hat vieles versucht, um mich zu überzeugen und ist auch menschlich ein überragender Typ. Aber am Ende habe ich mich doch für den HSV entschieden. Das war für Rudi vermutlich die beste Entscheidung, denn so konnte er zum Weltklassestürmer heranreifen.“

Völler sprach auch über die anstehende Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko und die Chancen der deutschen Mannschaft. Auf die Frage von Moderator Wurm, wie wichtig die Wahl eines Base Camps sei und inwiefern dies für den Teamgeist entscheidend wäre, erwiderte der 65-Jährige: „Es entsteht immer dann ein Geist, wenn du am Ende Weltmeister wirst. Bei der WM 1994 in den USA waren wir in Chicago in einem Golf-Hotel, welches wirklich super war. Aber damals sind wir im Viertelfinale gegen Bulgarien ausgeschieden. In Brasilien hat die Mannschaft im Campo Bahia beste Voraussetzungen vorgefunden und so den Grundstein legen können für den vierten Titel. Aber natürlich werden die Unterkünfte bei Erfolgen oder Misserfolgen auch oft medial etwas aufgebläht.“

„Werden eine erfolgreiche WM spielen“

Auch die Entwicklungen und die Nachwuchsarbeit, die von den Verbänden und Vereinen geleistet wird, wurden von Völler gelobt. Der DFB-Sportdirektor gab sich mit Blick auf die anstehende WM zuversichtlich. „Wir haben viele junge Spieler, die in die Nationalmannschaft drängen. In der Masse können wir vielleicht noch nicht mit Nationen wie Frankreich oder Spanien mithalten, aber wir sind besser als viele meinen. Ich möchte jetzt nicht sagen, dass wir dieses Jahr Weltmeister werden. Aber wenn alle fit bleiben, sind wir sehr schwer zu schlagen. Deshalb bin ich überzeugt, dass wir eine gute WM spielen werden.“

Auch Schaffert, der nicht nur NFV-Präsident sondern auch DFB-Vizepräsident ist, zeigte sich optimistisch ob der Entwicklung des Teams: „Mit 80 oder 90 Prozent gewinnt man heutzutage keine Spiele mehr auf diesem Niveau. Die Einstellung und Mentalität müssen stimmen, sowas kann man nicht trainieren, das muss man mitbringen und verinnerlichen. Nur schön zu spielen, reicht nicht aus, es braucht auch den nötigen Biss. Da sehe ich die Nationalmannschaft aktuell wieder auf einem guten Weg.“

Völler, der nach 2001 als erster Ehrengast zum zweiten Mal beim Neujahrsempfang des NFV dabei war und dessen Vertrag als DFB-Sportdirektor 2028 ausläuft, berichtete auch über die Zusammenarbeit mit Bundestrainer Julian Nagelsmann und eine mögliche Vertragsverlängerung. „Wir haben ein vertrauensvolles Verhältnis und da Julian seinen Vertrag verlängert hat, kam auch meine Position auf den Tisch. Ich habe mich dann nochmal entschieden, zwei Jahre dran zu hängen. Aber nach der Europameisterschaft 2028 ist endgültig Schluss.“

Nach über einer Stunde beendete Moderator Wurm eine launige Podiumsdiskussion mit Völler und Schaffert und eröffnete den informellen Teil des Abends.

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