Barsinghausen. Die Stadt Barsinghausen will ihre Strukturen für Krisen- und Katastrophenfälle weiter ausbauen. Mit einer aktuellen Beschlussvorlage schlägt die Verwaltung vor, eine neue Stelle für die Bearbeitung von Krisenangelegenheiten zu schaffen. Damit will die Stadt auf die wachsenden Anforderungen im Bevölkerungsschutz und auf die zunehmende Komplexität möglicher Krisenszenarien reagieren.
In den vergangenen Jahren hat die Stadtverwaltung bereits umfangreiche Grundlagen für eine krisenresilientere Kommune erarbeitet. Dazu zählen unter anderem ein überarbeiteter Krisenplan, Konzepte für Stromausfälle und Katastrophenlagen, Vorsorgemaßnahmen bei Starkregen sowie Szenarien für außergewöhnliche Ereignisse. Das Themenfeld erweiterte sich laut Stadtverwaltung in den letzten Jahren noch um Wald- und Großbrände, Terrorlagen, Amokläufe oder Gefahrgutunfälle. Auch für lokale Besonderheiten wurden sogenannte Ortsbeschreibungen erstellt, die den Krisen- und Katastrophenstäben im Ernstfall digital und grafisch aufbereitetes Wissen zur Verfügung stellen.
Ein Praxistest dieser Vorarbeiten erfolgte unter anderem beim Weihnachtshochwasser 2023. Nach Angaben der Verwaltung habe sich dabei gezeigt, dass die systematisch aufbereiteten Informationen hilfreich und zielführend waren. Nun gehe es darum, diese Strukturen dauerhaft zu pflegen, fortzuschreiben und an neue Risiken anzupassen.
Ursprünglich war vorgesehen, diese Aufgaben mit einer halben Stelle im mittleren Dienst abzudecken. In der Praxis habe sich jedoch gezeigt, dass die fachlichen Anforderungen dafür zu hoch seien. Neue Aufgabenfelder, etwa im Bereich komplexer Krisenlagen und strategischer Vorsorge, erforderten Fachkenntnisse auf dem Niveau des gehobenen Dienstes. Deshalb schlägt die Verwaltung vor, eine halbe Stelle der Wertigkeit A 11 einzurichten, die flexibel auch mit Tarifbeschäftigten besetzt werden kann.
Die Stelle soll zeitnah geschaffen und ausgeschrieben werden. Da sie rückwirkend in einem Nachtragsstellenplan verankert werden soll, ist eine Entscheidung des Rates erforderlich. Bis zur endgültigen Besetzung sollen die Aufgaben übergangsweise durch den bisherigen Stelleninhaber im Rahmen eines Minijobs abgesichert werden.
Finanziell rechnet die Stadt mit jährlichen Personalkosten von rund 38.000 Euro für eine halbe Stelle, im Jahr 2026 entsprechend mit etwa 20.000 Euro. Diese Mittel sollen im Nachtragshaushalt berücksichtigt werden.
Am 19. Februar wird nach den Fachausschüssen auch der Rat über das Thema beraten und abstimmen.

