Hannover. Anlässlich des Dry January äußert sich der Niedersächsische Gesundheitsminister Andreas Philippi kritisch zu Alkoholkonsum und fordert ein Werbeverbot:
„Der lockere Umgang mit Alkohol in Deutschland ist angesichts seiner gesundheitsschädlichen Wirkung kaum zu rechtfertigen. Die Zahlen zeigen, dass der Konsum von Alkohol im Leben vieler Menschen normal ist. Die negativen Auswirkungen spielen für die meisten Menschen dabei häufig eine untergeordnete Rolle. Dabei ist der Konsum von Alkohol einer der größten Risikofaktoren für Herz-, Krebs- und Lebererkrankungen sowie vorzeitige Sterblichkeit. Wer auf Alkohol verzichtet, stärkt das Immunsystem, fördert die Konzentration und schont sein Herz-Kreislaufsystem sowie die Leber. Bereits nach wenigen Wochen des Verzichts von alkoholischen Getränken können positive Wirkungen nachgewiesen werden.
Wir brauchen in Deutschland eine veränderte Alkoholpolitik, die die Gesundheit von Menschen an die erste Stelle setzt. Durch die hohe gesellschaftliche Akzeptanz von Alkohol ist die Debatte um Alkoholverzicht nicht einfach, aber wir müssen sie führen - und durch bundesweite schärfere Regelungen für Marketing und Sponsoring für Alkohol flankieren.
Werbung für alkoholische Getränke führt dazu, dass Menschen, und insbesondere Kinder und Jugendliche, keine natürliche Distanz zu Alkohol entwickeln. Alkohol darf aber nicht als alltägliches Getränk verharmlost werden. Der Bund hatte sich dem Thema Werbeverbot von Alkohol in der vergangenen Legislatur bereits angenommen, ist aber nicht mehr in die Umsetzung gekommen. Niedersachsen erwartet aber auch von der aktuellen Bundesregierung Bewegung bei dem Thema. “
Hintergrund:
Im Dry January, dem „trockenen Januar", verzichten Menschen auf Alkoholkonsum. Bei dem Gesundheitstrend, der seinen Ursprung in Großbritannien hat, wird vier Wochen auf den Konsum von Alkohol verzichtet. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO ist der Alkoholkonsum in Deutschland immer noch hoch: Im Jahr 2022 wurden in Deutschland pro Person ab 15 Jahren 11,2 Liter reiner Alkohol getrunken. Zehn Jahre zuvor war es mit 12,1 Liter pro Kopf noch knapp ein Liter mehr. Der Konsum ist also leicht rückläufig.

