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Gebäude der Region könnten bis 2035 klimaneutral sein

Nehmen mit der Studie zum Gebäudebestand der Region die Klimaneutralität bis 2035 in den Blick (v. l.): Dr. Stefan Plesser vom siz energieplus und Cordula Drautz, Dezernentin für Finanzen und Gebäudewirtschaft der Region Hannover. Foto: F. Bittner/Region.

Region. Kann die Region Hannover bis zum Jahr 2035 ihren eigenen Gebäudebestand so sanieren und optimieren, dass er klimaneutral ist? Dieser Frage ist das siz energieplus, ein An-Institut der TU Braunschweig, jetzt nachgegangen. Das Ergebnis: Ja, es kann gelingen – wenn die Region Hannover bei gleichbleibenden Kosten im Schnitt jährlich rund zehn Millionen Euro investiert. „Das ist aus meiner Sicht eine sehr gute Nachricht“, sagt Finanz- und Gebäudedezernentin Cordula Drautz. „Für mich heißt das: Ja, die Klimaneutralität ist schaffbar. Dass wir dafür auch Geld in die Hand nehmen müssen, ist keine Überraschung. Allerdings wissen wir alle, wie unberechenbar im Moment die wirtschaftliche Entwicklung ist. Selbst wenn jetzt alle sagen ,Ja, das wollen wir‘, haben wir etliche Unwägbarkeiten in der Rechnung.“

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Die Region Hannover muss, wenn Sie für ihren Gebäudebestand die Klimaneutralität erreichen will, vor allem auf einen zügigen und umfassenden Ausbau der Photovoltaik-Anlagen setzen – so die Empfehlung der Experten. „Bis zum Jahr 2035 müssten 20.000 Kilowatt Peak umgesetzt werden“, sagt Dr. Stefan Plesser, der die Studie gemeinsam mit seinen Mitautoren Martin Laatsch und Johannes Lückemeyer erarbeitet hat. Ein weiterer wichtiger Baustein wäre der Einbau elektrischer Wärmepumpen, um die bestehenden Wärmeversorgungsanlagen, die fossile Brennstoffe benötigen, zu ersetzen oder zu ergänzen. „Nach unseren Berechnungen müssten rund 30 solcher Anlagen installiert werden“, erläutert Dr. Plesser.

Darüber hinaus empfehlen die Fachleute, das Qualitätsmanagement für die Gebäude weiter zu stärken. Insgesamt führt das 53 Seiten starke Papier 20 Maßnahmen auf, mithilfe derer der Energieverbrauch gedrosselt oder erneuerbare Energie gewonnen werden können: von der Fassadensanierung über die Nachrüstung von Photovoltaik und die Ergänzung von Wärmepumpen bis zur Modernisierung der Beleuchtung.

Für die Studie wurden 45 Gebäude unter die Lupe genommen. „Das Büro hat detailliert aufgeschlüsselt, wo wir welchen Effekt mit welchem Aufwand erreichen können, und verschiedene Szenarien durchgerechnet – von der Klimaneutralität im Jahr 2035 bis zur Beibehaltung des bisherigen Investitionsvolumens“, sagt Drautz. „Damit haben wir eine gute Arbeits- und Entscheidungsgrundlage.“ Die Dezernentin lässt keinen Zweifel daran, dass sie Investitionen für richtig hält: nicht nur im Sinne des Klimaschutzes, sondern auch um langfristig Energiekosten zu drosseln. „Jetzt sind wir am Zug und müssen priorisieren“, sagt Drautz. „Die Politik muss dann entscheiden, welchen finanziellen Spielraum sie uns einräumt, die vorgeschlagenen Maßnahmen umzusetzen.“

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