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Fünf Jahre Stadtrat Barsinghausen: Rat verantwortet fast eine halbe Milliarde Euro - Ein Rückblick

Bürgermeister Henning Schünhof.

Barsinghausen. 41 Ratssitzungen, 174 Ausschusssitzungen und mehr als 1.000 Vorlagen: Bevor im November der neu gewählte Stadtrat seine Arbeit aufnimmt, hat Bürgermeister Henning Schünhof in der letzten Sitzung der laufenden Ratsperiode am Donnerstag, 1. Oktober, Bilanz gezogen. Dabei blickte er auf große Bauprojekte, schwierige Entscheidungen und die Auswirkungen der Corona-Pandemie zurück. Vor allem aber würdigte er das ehrenamtliche Engagement der Ratsmitglieder, die in fünf Jahren über zahlreiche Vorhaben und erhebliche finanzielle Mittel beraten und entschieden haben.

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Mehr als 1000 Vorlagen in fünf Jahren

„Der Bürgermeister möchte noch was sagen“, übergab Ratsvorsitzende Laura Schneider am Ende der Sitzung noch einmal das Wort an Henning Schünhof. Dieser wollte in der letzten Ratssitzung in dieser Ratsperiode noch einmal Danke sagen und einen Rückblick auf die Arbeit der letzten Jahre werfen: „Die Ratsperiode vom 1. November 2021 bis zum 31. Oktober 2026 war von umfangreicher Gremienarbeit geprägt.“

Nach den von Schünhof vorgestellten Zahlen fanden seit Beginn der Wahlperiode 41 Ratssitzungen statt, darunter vier Ehrungsratssitzungen. Drei weitere geplante Sitzungen waren abgesagt worden. Der Verwaltungsausschuss kam 40-mal zusammen, die Fachausschüsse tagten insgesamt 174-mal.

„Die Arbeit fand teilweise unter erschwerten Bedingungen statt. Infolge der Corona-Pandemie wurden Sitzungen zeitweise hybrid oder in verkleinerter Besetzung durchgeführt“, erinnerte Schünhof.

Insgesamt bearbeiteten die Ratsmitglieder 1.002 angelegte Vorlagen. Darunter waren 81 Fraktionsanträge und 70 Informationsvorlagen. Für Schünhof sind diese Zahlen auch ein Beleg für den Umfang der ehrenamtlichen Arbeit, die hinter den Entscheidungen der Stadt steht.

„Diese Arbeit wird von den Ratsmitgliedern ehrenamtlich gemacht“, betonte der Bürgermeister und bedankte sich für das Engagement der Mitglieder.

Große Investitionen und wichtige Zukunftsentscheidungen

Auch finanziell hatte der Rat erhebliche Verantwortung zu tragen. Für den Zeitraum vom 1. November 2021 bis zum 30. September 2026 bezifferte Schünhof die Erträge im Haushalt auf rund 452,6 Millionen Euro. Dem standen Aufwendungen von rund 447,9 Millionen Euro gegenüber.

Im investiven Bereich verzeichnete die Stadt Einzahlungen von rund 18,8 Millionen Euro, überwiegend aus Fördermitteln. Die investiven Auszahlungen beliefen sich auf rund 99,8 Millionen Euro.

Zu den wichtigen Entscheidungen der vergangenen fünf Jahre zählte Schünhof mehrere große Vorhaben, die die Entwicklung Barsinghausens langfristig prägen sollen.

Wilhelm-Stedler-Schule und neues Wasserwerk

Ein bedeutender Schritt war der Vergabebeschluss für die Bauleistungen zur Errichtung der Wilhelm-Stedler-Schule an einen Generalunternehmer am 14. Mai 2024. Das Projekt gehört zu den zentralen Bauvorhaben der Stadt.

Bereits am 7. Juli 2022 hatte der Rat Beschlüsse zur Realisierung des Neubaus des Wasserwerks durch die Stadtwerke Barsinghausen GmbH gefasst. Dazu gehörte auch die Absicherung der Finanzierung.

Ein weiteres wichtiges Vorhaben ist die Gesamtsanierung des Schulzentrums am Spalterhals. Am 18. Juni 2026 beschloss der Rat das Sanierungskonzept und ermächtigte die Verwaltung zur Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen.

Auch die Innenstadtentwicklung stand auf der Tagesordnung. Mit dem Grundsatzbeschluss zur städtebaulichen Entwicklung der Barsinghäuser Innenstadt vom 13. November 2025 wurden verschiedene Handlungsstränge zusammengeführt.

Corona-Pandemie erschwerte die Ratsarbeit

Nicht alle Erfahrungen der Wahlperiode waren positiv. Als eine der größten Herausforderungen nannte Schünhof die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, die von Frühjahr 2020 bis Frühjahr 2023 spürbar gewesen seien.

Wie stark die Pandemie die kommunalpolitische Arbeit beeinflusst hatte, verdeutlichte er anhand eines Rückblicks auf die Ratssitzung vom 30. September 2021. Damals seien zahlreiche Ratsmitglieder per Leinwand zugeschaltet gewesen, während kaum Besucher im Zuschauerraum saßen.

Eine weitere Folge daraus war ein Fehler im Rahmen der Teilnahmemöglichkeit der Öffentlichkeit, die später Fragen zur Gültigkeit bereits gefasster Beschlüsse aufwarf. Im Januar 2023 bestätigten beziehungsweise fassten der Rat und der Verwaltungsausschuss vorsorglich mehr als 100 Beschlüsse erneut. Schünhof sprach in diesem Zusammenhang von einer zusätzlichen Absicherung, vergleichbar mit einem „Airbag zum Sicherheitsgurt“. Negative Auswirkungen auf die Arbeit oder die Beschlusslage habe es letztlich nicht gegeben.

Emotionale Debatte um das Fachwerkhaus am Thie

Als besonders emotionalen Moment der vergangenen fünf Jahre rief der Bürgermeister die Ratssitzung vom 13. Oktober 2022 in Erinnerung. Damals ging es um den Erwerb des Fachwerkhauses Marktstraße 18 am Thie.

Dank an die ehrenamtlichen Ratsmitglieder

Zum Abschluss seines Rückblicks stellte Schünhof die Arbeit der Ratsmitglieder in den Mittelpunkt. Die Vielzahl der Sitzungen, Vorlagen und finanziellen Entscheidungen zeige, welche Verantwortung das kommunalpolitische Ehrenamt trage.

Zugleich hob er die überwiegend konstruktive Zusammenarbeit in der vergangenen Wahlperiode hervor. Viele Beschlüsse seien mit breiter Zustimmung gefasst worden. Dafür bedankte sich der Bürgermeister persönlich sowie im Namen der Verwaltung und der weiteren Dezernenten bei den Ratsmitgliedern.

Mit dem Ende der Wahlperiode am 31. Oktober 2026 geht die fünfjährige Arbeit des bisherigen Stadtrats zu Ende. Im November kommt der neu gewählte Rat zusammen und übernimmt die Verantwortung für die nächsten kommunalpolitischen Entscheidungen in Barsinghausen.

„Ja, ich wollte das einfach mal loswerden, um auch mal zu zeigen, was das Ehrenamt in dieser Stadt verantwortet“, so Schünhof abschließend, „Wenn alles gut geht, werden wir im November im neuen Ratssaal in der Wilhelm-Stedtler-Schule zusammenkommen.“

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