Anzeige
Anzeige
Anzeige

Ein halbes Jahrhundert Nachwuchsarbeit - Jugendgruppe des Ronnenberger THW feiert ihr Jubiläum

Quelle: Patrick Pomiluek/ THW Ronnenberg.

Ronnenberg/Empelde. Bewährte Quelle für neue Einsatzkräfte: Die Jugendgruppe des Ronnenberger THW beging Ende August ihren 50. Geburtstag auf dem Waldberg Empelde.

Anzeige

 

 

Einen Tag lang feierte die THW-Jugend Ronnenberg sich selbst: Auf dem Waldberg Empelde begingen rund 130 Menschen den 50. Geburtstag der Jugendgruppe. Fünf Jahrzehnte Nachwuchsarbeit für die vielfältigen Missionen einer bundesweit und weltweit handelnden Zivilschutzorganisation – so etwas verpflichtet auch bei einem Jubiläum. Vor den Feierlichkeiten traten acht Jugendteams aus der regionalen Blaulicht-Familie in einem fachlichen Wettstreit gegeneinander an. Mit dabei waren Jugendgruppen von THW-Ortsverbänden in Springe, Burgdorf und Rinteln sowie von den Jugendfeuerwehren Empelde, Northen und Pattensen.

Rund 80 Kinder und Jugendliche zeigten ihre Fähigkeiten während eines Orientierungsmarsches sowie in einem eigens aufgebauten Escape-Room. Letzterer feierte bereits im Juni seine Premiere auf dem THW-Stand der IdeenExpo und war ein beliebter Anlaufpunkt der Jugendmesse. Zum Thema „Blackout” waren im Inneren der mehrstöckigen Konstruktion mehrere Aufgaben zu lösen. Der Titel war Programm: In Szene gesetzt war ein lang anhaltender Stromausfall; die Teilnehmenden mussten Notfallrucksäcke packen, Lebensmittel nach ihrer Haltbarkeit sortieren und weitere Notfallvorbereitungen treffen. Auch der Transport von Menschen aus Gefahrenlagen – eine Hauptaufgabe des Technischen Hilfswerks – sowie die Kommunikation mit Hilfe von Morsezeichen zählten zu den Übungsmissionen. Die Siegerehrung fand auf dem Gipfel des Waldbergs statt; die Trophäe sicherte sich die THW-Jugend aus Springe.

Mehr als die erreichten Siegpunkte zählte am Jubiläumstag indes die Zukunft der Nachwuchsarbeit. Und die sieht gut aus für den Ronnenberger Ortsverband. Der wurde 1972 gegründet und hat seinen Sitz heute in Empelde. Bereits 1976 entstand die eigene Jugendgruppe. Die Ausbildung folgte schon früh dem Anspruch, technische Fähigkeiten mit sinnvollen und gemeinschaftlichen Projekten zu verbinden. So bauten die Junghelfenden 1982 einen Bach im Saupark Springe so aus, dass der Park wieder Bisamratten ansiedeln konnte. 1984 gehörten Ronnenberger Jugendliche zu einem THW-Kontingent, das dabei half, einen häufig nach Regenfällen überfluteten Soldatenfriedhof im nordfranzösischen Hirson zu entwässern. Jahre später erlebte die Ronnenberger THW-Jugend allerdings einen Einbruch in der Mitgliederentwicklung. Nur noch zwei Jugendliche waren 2016 dabei, als der Ortsverband seine Nachwuchsarbeit neu aufstellte. Die Verantwortung für die Ausbildung übernahm mit Patrick Pomiluek und Marc Hollmann eine Doppelspitze. Die Ausbildungsdienste fanden regelmäßiger statt; auf dem Programm standen öffentlichkeitswirksame Auftritte sowie gemeinsame Zeltlager und andere Freizeitaktivitäten. Es standen nicht mehr vor allem die Funktion sowie Einsatzmöglichkeiten von Maschinen und Anlagen im Fokus. Es ging auch um mehr Zusammenhalt und Gemeinschaftsgefühl. „Diese Mischung half dabei, dass wir immer mehr Kinder und Jugendliche gewinnen konnten“, berichtet Pomiluek.

Heute gehören 21 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 18 Jahren zur Gruppe. Ben Denecke hat den Weg der Jugendgruppe aus ihrem Tiefpunkt heraus selbst miterlebt. Der heute 21-Jährige trat als Zehnjähriger in die Jugendgruppe ein. Ihn begeisterten zwar auch technische Kenntnisse und Einsatzabläufe. Aber ebenso wichtig sei ihm gewesen, auch zunehmend mehr Verantwortung für andere übernehmen zu können, erinnert sich Denecke. „Inzwischen bin ich selbst als Jugendgruppenleiter tätig und kann meine Erfahrungen an die nächste Generation weitergeben.“ Marc Hollmann ist heute Ortsjugendbeauftragter; erfahrene Mitglieder wie Ben Denecke gestalten Jugenddienste und Ausbildungsinhalte mit. Und sie vernetzen sich mit anderen Jugendgruppen, beispielsweise bei der diesjährigen 48-Stunden-Übung mit der Ronnenberger Johanniter-Jugend sowie den Jugendfeuerwehren Ronnenberg, Empelde und Weetzen. „Diese Verzahnung ist so eng wie nie“, sagt der THW-Ortsbeauftragte Patrick Lutze. Auch innerhalb des THW-Ortsverbands lernen die Jugendlichen und erfahrene Einsatzkräfte bei gemeinsamen Übungen und Projekten voneinander. „Viele unserer ehemaligen Jugendlichen sind bis heute aktiv im THW. Damit ist die Jugendgruppe der wichtigste Eckpfeiler für unsere eigene Nachwuchsgewinnung.“ Dazu gehören Spezialisten wie Hundeführerinnen, Bediener von schweren Räumgeräten sowie Menschen in Stabs- und Führungsfunktionen. Rund 90 ehrenamtlich Aktive zählt der Ronnenberger Ortsverband; die Hälfte davon kommt wie Ben Denecke aus der eigenen Jugendgruppe. Ortsbeauftragter Lutze: „Diese erfolgreiche Tradition weiterzuführen ist ein wichtiger Teil unserer Mission. So sind wir jederzeit bereit.“ Im vorigen Jahr rückte der Ortsverband zu 36 Einsätzen aus; im vergangenen Winter bargen die Einsatzkräfte nach heftigen Schneefällen Fahrzeuge und sicherten Straßen im Calenberger Land.

Anzeige
Anzeige