Wennigsen/Holtensen. Die CDU hat für das Gewerbegebiet Im Büntefeld an der B217 in Holtensen drei konkrete Planungsoptionen erarbeitet. Mit den Vorschlägen sollen anfängliche Bedenken gegen eine bessere Nutzung der Flächen ausgeräumt und wirtschaftliche Potenziale für die Gemeinde erschlossen werden. Der Antrag sollte ursprünglich am 25. August im Ortsrat Holtensen beraten werden – die Sitzung wurde jedoch verlegt.
Drei Varianten, unterschiedliche Reichweiten
Minimalvariante: Planung ohne Bauarbeiten
Die erste Option sieht reine Planungsschritte vor, ohne dass Bauarbeiten auf der Fläche stattfinden. Dadurch könnten bereits weitere Gewerbeflächen verkauft werden. Der notwendige ökologische Ausgleich wäre über das Ökokonto der Gemeinde möglich – ein Verfahren, das beim benachbarten Gewerbegebiet Pinnenheister bereits erfolgreich angewendet wurde. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf rund 11.000 Euro für die Planung, bei einem erzielbaren Richtwert von 45.500 Euro für rund 700 Quadratmeter begrünte Gewerbefläche.
Bauvariante: Mehr Fläche durch gezielte Bebauung
Die zweite Option ermöglicht die Ausweisung von mehr Bauflächen – ähnlich wie bereits 2008 mit der vierten Änderung des Bebauungsplans für dieses Gewerbegebiet geschehen. Falls ein Ausgleich über das Ökokonto nicht möglich ist, wären zusätzliche Ausgleichsflächen erforderlich, etwa für eine Biotopvernetzung. Die Fläche ist über eine bestehende Zufahrt zur Kreisstraße bereits erschlossen. Geschätzte Kosten: 11.000 Euro für die Planung und 13.000 Euro für den Ausgleich, bei einem Richtwert von 84.500 Euro für rund 1.300 Quadratmeter Baufläche.
RRB-Umbauvariante: Größtes Flächenpotenzial
Die dritte und weitreichendste Option sieht den Umbau des vorhandenen Regenrückhaltebeckens (RRB) vor. Das Becken wurde ab 1995 mit einem Mindestabstand von 20 Metern zum damaligen Fahrbahnrand der alten B 217 geplant. Nach der Verlegung der B 217 endet dieser Abstand heute bereits am Radweg – ein Umbau in Ost-West-Ausrichtung wäre daher technisch möglich. Ob sich dieser lohnt, soll abhängig von der konkreten Flächennachfrage geprüft werden. Geschätzte Kosten: 11.000 Euro für die Planung und 20.000 Euro für den Ausgleich, bei einem Richtwert für rund 1.800 Quadratmeter Baufläche. Die Kosten für den RRB-Umbau selbst sind noch nicht beziffert.
Wirtschaftlich positiv für die Gemeinde
Die CDU betont, dass bereits die Minimal- und die Bauvariante wirtschaftlich vorteilhaft für die Gemeinde wären. Neben attraktiven Verkaufserlösen für die Grundstücke an der gut sichtbaren B 217 würden auch das Grundsteueraufkommen und die Gewerbesteuereinnahmen langfristig steigen. Zudem könnten baurechtswidrige Zustände auf gemeindeeigenen Straßengrundstücken behoben werden.
Erschließung bereits vorhanden
Konkret geht es um das Flurstück 1/31 der Flur 4 in Holtensen mit einer Größe von 2.896 Quadratmetern, das der Gemeinde gehört. Die Zufahrt erfolgt über eine gewidmete Gemeindestraße auf dem Flurstück 9 der Bundesrepublik Deutschland – eine Widmung, die laut CDU im Niedersächsischen Ministerialblatt 46/2013 rechtskräftig festgestellt ist. Die Zufahrt ist nach Angaben der CDU sogar für Schwerlastfahrzeuge geeignet und daher für regionale Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe gut geeignet.
Kritik an Gemeindeverwaltung
Die CDU übte auch Kritik an der Gemeindeverwaltung: Diese habe im vergangenen Jahr ohne Rücksprache mit dem Ortsrat Bäume im Gewerbegebiet pflanzen lassen. Die Pflanzaktion behindere nun die wirtschaftliche Entwicklung der Fläche. Zudem seien der Verwaltung offenbar nicht alle relevanten rechtlichen Grundlagen bekannt gewesen.
Ökologische Chancen
Neben den wirtschaftlichen Vorteilen sieht die CDU auch ökologisches Potenzial: Mit einer entsprechenden Planung könnten hochwertigere Ausgleichsflächen für eine Biotopvernetzung bereitgestellt werden. Der NABU Wennigsen habe hierzu zuletzt interessante Konzepte vorgestellt, an die angeknüpft werden könnte.

