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Bessere Wege für Fuß und Rad: So soll Barsinghausens Nordstadt mobiler und sicherer werden

Hans-Böckler-Straße. Quelle: Archivbild.

Barsinghausen. Die Region Hannover und die Stadt Barsinghausen haben ein neues Nahmobilitätskonzept für die Nordstadt vorgelegt. Mit gezielten Maßnahmen für Fußgänger, Radfahrer und den ÖPNV soll der Stadtteil nicht nur sicherer, sondern auch lebenswerter gestaltet werden.

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Klimaziele im Blick: Das Aktionsprogramm Verkehrswende 2035+

Das Nahmobilitätskonzept ist Teil des regionalen Verkehrsentwicklungsplans „Aktionsprogramm Verkehrswende 2035+“. Ziel ist es, den CO₂-Ausstoß im Verkehrssektor bis 2035 drastisch zu reduzieren und gleichzeitig die Lebens- und Aufenthaltsqualität vor Ort nachhaltig zu steigern. Das Mobilnetzwerk Hannover unterstützt die Kommunen dabei aktiv bei der Umsetzung.

Fokus auf kurze Wege: Das Untersuchungsgebiet Nordstadt

Die Nordstadt – gelegen nördlich der Bahngleise bis zu den angrenzenden Grünflächen – steht im Mittelpunkt der Planungen. Mit wichtigen Zielorten wie der Adolf-Grimme-Grundschule, der Volkshochschule Calenberger Land, Kindergärten und Nahversorgern bietet das flache Gebiet ideale Voraussetzungen für die Fortbewegung zu Fuß oder mit dem Rad.

Solide Basis, aber Luft nach oben: Der Status quo im Fußverkehr

Während das Umfeld der Grundschule bereits durch gesicherte Fußgängerüberwege (FGÜ) gut geschützt ist, fehlen an vielen anderen Stellen im Stadtteil abgesenkte Bordsteine, taktile Leitelemente oder sichere Querungsmöglichkeiten. Das soll sich durch gezielte Nachrüstungen und den Abbau von Barrieren ändern.

Barrierefreie Umgestaltung: Der Nahversorgungsbereich Hans-Böckler-Straße

Ein zentraler Schwerpunkt des Konzepts ist der Einkaufs- und Sanitätsbereich in der Hans-Böckler-Straße. Gehwege sind hier durch parkende Fahrzeuge oft verengt und nicht barrierefrei. Vorgezogene Seitenräume, neu geordnete Parkstände, mehr Begrünung sowie Sitzgelegenheiten sollen den Bereich in einen attraktiven Verweilort verwandeln.

Bremse für den Autoverkehr: Temporeduzierung im Langenäcker

Obwohl der Langenäcker in einer Tempo-30-Zone liegt, verleitet sein geradliniger Verlauf oft zu überhöhten Geschwindigkeiten. Durch bauliche oder markierte Fahrbahneinengungen (z. B. Bauminseln), die flächendeckende Einführung von „Rechts-vor-Links“ und optionale Plateauaufpflasterungen soll der Kfz-Verkehr wirksam entschärft werden.


Klare Grenzen an den Quartierseingängen: Sicherer Wechsel in die Wohngebiete

An den Einmündungen von der Hannoverschen Straße in die Wohnstraßen (z. B. Osterfeldstraße oder Langenäcker) fehlen bislang deutliche bauliche Signale für Autofahrer. Gehwegüberfahrten, Aufpflasterungen oder sogenannte „Berliner Kissen“ sollen künftig den Beginn der Tempo-30-Zonen verdeutlichen und das Queren für Fußgänger erleichtern.

Lückenlos mobil: Bessere Infrastruktur für Radfahrende

Obwohl das Radfahren auf den ruhigen Wohnstraßen gut funktioniert, gibt es Schwachstellen: Lückenhafte Schutzstreifen an der Hannoverschen Straße und fehlende Abstellanlagen beeinträchtigen den Komfort. Neben neuen Anlehnbügeln an zentralen Orten sind auch Fahrrad-Reparaturstelen (z. B. am Abenteuerspielplatz Klein Basche) geplant.

Parken neu gedacht: Ordnung für den ruhenden Verkehr

Wildes Parken am Straßenrand schränkt an vielen Stellen die Sichtbeziehungen ein – besonders für Kinder und ältere Menschen ein Risiko. Durch markierte Längsparkstände, alternierendes Parken und gezielte Haltverbotszonen (etwa in der Hans-Böckler-Straße und im Langenäcker) soll die Übersichtlichkeit im Straßenraum wiederhergestellt werden.

Sichere Schulwege: Das schulische Mobilitätsmanagement

Damit Grundschulkinder ihren Schulweg wieder selbstständig und sicher bewältigen können, setzt das Konzept auf ein ganzheitliches Mobilitätsmanagement. Neben Schulwegplänen und Aufklärungskampagnen gegen das typische „Elterntaxi“-Chaos soll die Einrichtung von Elternhaltestellen im Umkreis von etwa 250 Metern geprüft werden.

Starker Umweltverbund: Anbindung an Bus, Bahn und „sprinti“

Der öffentliche Nahverkehr soll laut Konzept das Rückgrat für längere Strecken bilden. Während die Nordstadt durch Buslinien und das flexible On-Demand-Angebot „sprinti“ gut erschlossen ist, soll die Orientierung und Sicherheit am ZOB/Bahnhof optimiert werden, um Konflikte zwischen Fußgängern und Busverkehr bei Fahrbahnquerungen zu minimieren.

Mit dem Nahmobilitätskonzept wurde ein strategisches Planungsinstrument für Barsinghausen entwickelt, um die integrierte Stadt- und Verkehrsplanung zu fördern. Es kann als Grundlage für Projekte, wie zur Verkehrssicherheit, zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität und zur Weiterentwicklung des Fuß- und Radverkehrs im Rahmen des Klimaschutz, genutzt werden. Außerdem schafft es die Voraussetzung für die Beantragung von Fördermitteln.

In einem nächsten Schritt bereitet die Verwaltung Maßnahmenpakete auf Grundlage des Konzeptes und der darin enthaltenen Maßnahmen vor. Diese Pakete werden im Fachausschuss vorgestellt und zur Haushaltsplanung eingebracht. Für die Umsetzung stehen Fördermittel von der Region Hannover zur Verfügung, aber auch andere Förderkulissen, wie Natürlicher Klimaschutz, können genutzt werden. Ein genauer Zeitplan zur Umsetzung verschiedener Maßnahmen existiert noch nicht. 

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