Eckerde. Mit einem umfassenden Rückblick auf Einsätze, Ausbildung, Nachwuchsarbeit und das vielfältige Engagement im Dorfleben hat die Ortsfeuerwehr Eckerde bei ihrer Jahreshauptversammlung Bilanz gezogen. Ortsbrandmeister Wolfgang Pardey stellte dabei Entwicklungen des vergangenen Jahres heraus. Grußworte aus Politik und Feuerwehrführung unterstrichen die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit für das Dorf und die gesamte Stadt.
Stabile Mitgliederzahlen und starke Nachwuchsarbeit
Die Ortsfeuerwehr Eckerde kann auf ein engagiertes und breit aufgestelltes Team bauen. Insgesamt gehören der Feuerwehr aktuell 242 Mitglieder an. Davon sind 32 Kameraden aktiv im Einsatzdienst tätig – eine Zahl, die für ein Dorf dieser Größe bemerkenswert ist. Hinzu kommen 150 fördernde Mitglieder, neun Angehörige der Altersabteilung sowie ein starker Nachwuchsbereich.
Die Jugendfeuerwehr zählt derzeit 30 Kinder und Jugendliche, gleichmäßig verteilt auf 15 Jungen und 15 Mädchen. Auch 2025 zeigte sich die erfolgreiche Nachwuchsarbeit: Zwei Jungen konnten aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung übernommen werden.
In der Kinderfeuerwehr engagieren sich aktuell 17 Kinder (neun Mädchen und acht Jungen). Fünf Kinder wechselten im vergangenen Jahr in die Jugendfeuerwehr, sechs weitere in die neu gegründete Kinderfeuerwehr Goltern.
Einsätze, Ausbildung und Übungsbetrieb
Im Berichtsjahr rückte die Feuerwehr Eckerde zu mehreren Einsätzen aus, darunter Hilfeleistungen wie Ölspuren und der Umgang mit auslaufender Salzsäure sowie Brandeinsätze, unter anderem in einem Schrebergarten und bei einem Entsorgungsbetrieb. Ergänzt wurde dies durch eine Brandschutzerziehung und eine Löschbezirksübung.
Mehrere Kameraden nahmen erfolgreich an Lehrgängen teil – von der modularen Grundausbildung über Atemschutz- und Truppführerlehrgänge bis hin zu Maschinisten- und Sicherheitsbeauftragten-Ausbildungen.
Engagement über den Einsatzdienst hinaus
Neben dem Einsatz- und Ausbildungsbetrieb war die Feuerwehr Eckerde auch 2025 fest im Dorfleben verankert. Zahlreiche Veranstaltungen wie Osterfeuer, Maibaumaufstellen, Tag der offenen Pforte, Laternenumzug, Oper auf dem Lande oder die Weihnachtsfeier wurden begleitet oder organisiert. Ortsbrandmeister Pardey betonte, dass all diese Aktivitäten nur durch das große ehrenamtliche Engagement der Mitglieder möglich seien.
Ehrungen, Beförderungen und Ehrenmitgliedschaften
Ein fester Bestandteil der Jahreshauptversammlung waren die zahlreichen Ehrungen und Beförderungen. Barbara Demuth wurde für 50 Jahre langjährige Mitgliedschaft geehrt. Dirk Reckemeier für 40 Jahre aktiv Tätigkeit. Bärbel Müller, Joachim Bauer und Manfred Kuhn wurden für 40 Jahre fördernde Mitgliedschaft geehrt.
Von den aktiven Kameraden wurde Jan Brückner zum Hauptlöschmeister befördert. Florian Werner, Daniel Füller und Olaf Bettinga wurden zum Ersten Hauptfeuerwehrmann befördert. Leon Effmert ist nun Oberfeuerwehrmann und Matthias Zimmermann darf sich fortan Oberfeuerwehrmann nennen.
Besonders gewürdigt wurde auch das langjährige Wirken verdienter Mitglieder: Lothar Dücker, Johann Kaminski, Margrit Bröder, Barbara Demuth, Ruth Golombek, Christian Huschke, Horst Hübner und Dieter Sandford wurden zu Ehrenmitgliedern der Feuerwehr Eckerde ernannt.
Wiederwahlen im Kommando
Bei den turnusmäßigen Wahlen bestätigte die Versammlung Frank Mues als Schriftführer, Korina Mues als Kassenwartin sowie Andreas Walzak als Sprecher der Alters- und Ehrenabteilung in ihren Ämtern.
Lob aus Politik und Feuerwehrführung
Bürgermeister Henning Schünhof würdigte in seinem Grußwort das außergewöhnliche Engagement der Feuerwehr. 32 aktive Mitglieder seien für ein kleines Dorf eine stolze Zahl. Zudem stellte er in Aussicht, dass zeitnah eine Begehung der Feuerwehrliegenschaft stattfinden soll, um Möglichkeiten für einen Unterstand für den Mannschaftstransportwagen zu prüfen.
Stellvertretender Stadtbrandmeister Ralf Buch überbrachte die Grüße der Stadtfeuerwehr und berichtete über aktuelle Entwicklungen auf Stadtebene. Stadtjugendwart Stefan Sierth hob die hervorragende Jugendarbeit in Eckerde hervor: Mit insgesamt fast 50 Kindern in Kinder- und Jugendfeuerwehr sei die Nachwuchsarbeit vorbildlich aufgestellt.
Kritischer Blick auf die Finanzierung
Zum Abschluss der Versammlung wurde auch ein mahnender Ton angeschlagen. Der scheidende Jugendwart machte deutlich, dass die aktuelle Finanzierung der Feuerwehren kritisch hinterfragt werden müsse. Als Beispiel nannte er fehlende Einsatzstiefel im Wert von rund 150 Euro, die seit Monaten nicht beschafft werden konnten, weil die Mittel ausgeschöpft seien. Ein Zustand, der aus seiner Sicht dringend geändert werden müsse.

