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D-Ticket für rund 200.000 Studierende zum Wintersemester 2024/25 möglich

Symbolfoto. Quelle: pixabay.

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Region. Studenten in Niedersachsen und Bremen können ab dem Wintersemester 2024/25 in den Genuss eines vergünstigten D-Tickets kommen. Möglich macht es das Deutschlandsemesterticket (D-Semesterticket), das die Unis und Hochschulen in Niedersachsen ab Herbst 2024 an die Studenten weitergeben können.

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Bisher hatten Studenten in Niedersachsen in der Regel zwei Semestertickets: auf der einen Seite das landesweite Semesterticket für die Schiene in Niedersachsen beziehungsweise Bremen, und auf der anderen Seite ein lokales Semesterticket des Verbundes beziehungsweise des Verkehrsunternehmens zur Nutzung von Bus und Bahn vor Ort. Zukünftig wird nur noch das D-Semesterticket benötigt. Die Niedersachsentarif GmbH (NITAG), die Anbieter der lokalen Semestertickets sowie Vertreter der Studentenvertretungen haben sich für das kommende Wintersemester auf einen Modus zur Ausgabe und zur Verteilung der Einnahmen sowie der Aufteilung der Kosten verständigt.  

Die Tariforganisationen in Niedersachsen und Bremen haben sehr konstruktiv zusammengearbeitet. Das Projekt zeigt, welches Potenzial das D-Ticket besitzt. Neben der tariflichen Vereinfachung gelang in der Frage des Semestertickets eine enge Verzahnung in der Branche und damit einhergehend die Schaffung neuer, optimierter und effizienter Prozesse. Das zur Ausgabe des D-Semestertickets notwendige System wird durch die zentrale Bereitstellung für alle Unis und Hochschulen nur einmal durch die NITAG aufgebaut. Eine jeweils eigene lokale Lösung muss so nicht angeschafft werden, wodurch Synergien genutzt und Kosten eingespart wurden.

Die Studentenvertretungen waren im 14-tägigen Rhythmus seit Januar in den Prozess eingebunden und haben ihre Vorstellungen aktiv eingebracht. Die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) ermöglicht den flexiblen Wechsel vom bisher bestehenden landesweiten Semesterticket in das D-Semesterticket - und zwar durch die Einrichtung einer deutlich verkürzten Kündigungsfrist.

Verkehrsminister Olaf Lies: „Einmal mehr zeigt sich, dass das D-Ticket den ÖPNV und den SPNV revolutioniert, weil wir im wahrsten Sinne des Wortes die Grenzen überwinden - nicht nur über Bundesländer hinweg, sondern vielmehr die Grenzen des Tarifdschungels. Dass wir für die Gruppe der Studierenden in unserem Land eine ganzheitliche Lösung gefunden haben, zeigt, dass wir vieles bewegen können, wenn alle an einem Strang ziehen. Die drei Hauptnutzungsgründe - die deutschlandweite Gültigkeit, den Preis und die einfache Handhabung - waren auch beim D-Semesterticket der Maßstab, um dieses Projekt umzusetzen. Wir werden weiterhin daran arbeiten müssen, die Attraktivität des D-Tickets deutlich zu erhöhen, um den Erfolg zu verstetigen."

Marcel Puppa, Geschäftsführer der NITAG: „Die Vorarbeit zur Einführung des D-Semesterticket in Niedersachsen und Bremen kann in vielerlei Hinsicht als einmalig beschrieben werden. Neben der schnellen Umsetzung in nur wenigen Monaten freut es mich besonders, dass die Verkehrsverbünde, die -unternehmen und die NITAG die Bereitstellung des D-Semesterticket als gemeinsames Projekt verstehen und Grenzen der Zuständigkeiten in den Hintergrund gerückt sind. Die engere Zusammenarbeit bei landesweiten Themen sollten wir auch in der Zukunft in den Fokus rücken. Es zeichnet sich schon jetzt ab, dass die deutlich überwiegende Mehrheit der berechtigten Studenten vom neuen Angebot zum kommenden Wintersemester Gebrauch machen wird. Ich danke allen Beteiligten, die das möglich gemacht haben."

Pascal Raynaud, kooptiertes Mitglied im Vorstand des Vereins zur Förderung der Mobilität im Studium, der die Verhandlungen für die Studierendenschaften mit begleitete: „Wie bereits beim landesweiten Semesterticket für die Schiene konnten wir durch die Vernetzung und Zusammenarbeit der Studierendenschaften aus Niedersachsen und Bremen in konstruktivem Austausch mit den Tarifbehörden und Verkehrsunternehmen und -verbünden ein positives Ergebnis erzielen, das für alle beteiligten Studierendenschaften grundlegend gilt. Dass dies innerhalb verhältnismäßig kurzer Zeit nun umgesetzt werden kann, begrüßen wir sehr. Für uns ist jedoch klar: Auch in Zukunft ist die Fortentwicklung des Deutschlandsemestertickets notwendig, damit nachhaltige Mobilität dauerhaft für Studierende bezahlbar und attraktiv bleibt. Die Studierendenschaften sind auf Bundesebene hierzu bereits vernetzt und freuen sich über einen Austausch mit den Entscheidungsträger*innen, der in der Vergangenheit leider nur eingeschränkt möglich war. Die produktive und kooperative Zusammenarbeit in Niedersachsen und Bremen kann hierfür als positive Vorlage dienen."

Hintergrund:

Bisher gab es kein vergünstigtes D-Ticket für Studierende: Von den Verkehrsunternehmen wurde als „Brückenlösung" ein vergünstigtes Upgrade angeboten. Studierende bezahlen, wenn gewünscht, die Differenz zwischen Semester-Mobilitätsbeitrag und D-Ticket. Diese Lösung hatte sich im vergangenen Jahr bewährt, war jedoch aufgrund der zwei Tickets (landesweit und regional) nur für den Übergang gedacht. Die Hochschulen sind nicht verpflichtet, Semestertickets anzubieten. Die Einführung eines Semestertickets erfordert einen entsprechenden Beschluss der Studierendenschaft.

Die NITAG wird 36 Unis und Hochschulen in Niedersachsen und Bremen das entsprechen-de Angebot machen, wodurch rund 200.000 Studierende (davon etwa 170.000 in Niedersachsen) erreicht werden. Auf Jahressicht werden dadurch zahlreiche weitere Kundinnen und Kunden das D-Ticket beziehen und weitere Einnahmen in Niedersachsen und Bremen gehalten, die direkt zwischen den beteiligten Verkehrsunternehmen verteilt werden können.

Der Preis beträgt 60 Prozent des regulären D-Ticket-Preises. Zum kommenden Wintersemester wird das D-Semesterticket demnach zu einem Preis von 29,40 Euro angeboten.

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