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Meyer: „2026 wird entscheidendes Jahr für die Energiewende“

Symbolfoto. Quelle: pixabay.

Hannover. Niedersachsen hat zu Jahresbeginn den Vorsitz der Energieministerkonferenz (EnMK) von Bund und Ländern übernommen. „2026 wird ein entscheidendes Jahr für die Energiewende in Deutschland. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien und die Wärmewende, beides entscheidend für die Klimaneutralität Deutschlands, stehen auf dem Prüfstand der Bundesregierung“, so Niedersachsens Energieminister und EnMK-Vorsitzender Christian Meyer. 

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„Nur mit einem weiteren Turbo beim Ausbau der Erneuerbaren Energien, Speichern und Netzen sowie dem Hochlaufen des grünen Wasserstoffs ist eine effiziente, sparsame und erfolgreiche Energiewende mit vielen Arbeitsplätzen im Inland möglich. Die Strompreise müssen 2026 weiter sinken, insbesondere für Elektromobilität und Wärmepumpen, aber auch für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die Wirtschaft“, fordert Meyer.

Nach Berechnungen von Verbraucherorganisationen sanken die Strompreise zum Jahreswechsel um bis zu 17 Prozent. Grund sei der Ausbau der kostengünstigen Erneuerbaren Energien, weniger Verbrauch von Kohle, Gas und Öl und die von Niedersachsen lange geforderte Senkung der Netzentgelte, insbesondere in Regionen mit vielen Erneuerbaren Energien. Ein entsprechender Trend sei schon auszumachen: Zu Jahresbeginn sind laut Meyer die Strompreise im Schnitt um neun Prozent gesunken, die geringsten Strompreise und Netzentgelte fallen im Erneuerbaren-Land Niedersachsen an. Dank des Bundeszuschusses zu den Netzentgelten sank zum 1. Januar 2026 beispielsweise das Netzentgelt im EWE-Netz in Nordwest-Niedersachsen von 8,3 Cent auf 6,3 Cent auf das niedrigste Netzentgelt in ganz Deutschland (zum Vergleich: Westnetz 12,2 Cent; Netze BW: 10,27 Cent). Bei der Avacon Netz GmbH sanken in großen Teilen Niedersachsens die Netzentgelte sogar von 11,64 Cent auf 8,61 Cent – also um mehr als 26 Prozent. „Das stärkt Niedersachsens Position im Wettbewerb um niedrige Strompreise für Haushalte und Wirtschaft“, so Energieminister Meyer. „Diese Erfolge dürfen jetzt nicht durch ein fossiles Rollback mit einem Ausbremsen der Erneuerbaren Energien an Land und auf See und dem gleichzeitigen massiven Ausbau fossiler Gaskraftwerke gefährdet werden.“ Eine Umlage der vom Bund geplanten Subventionen von bis zu 32 Milliarden Euro für fossile Gaskraftwerke im Süden würde die Strompreise in ganz Deutschland hingegen um bis zu 1,6 Cent steigen lassen.

„Als Energieland Nr. 1 blicken wir in Niedersachsen auf ein erfolgreiches energiepolitisches Jahr zurück und können der Konferenz wie bisher auch wichtige Impulse für eine bundesweit erfolgreiche Energiepolitik geben“, so Meyer. „So haben wir 2025 beispielsweise 70 Prozent mehr Windräder real in Betrieb genommen und die Genehmigungsdauer auf unter ein Jahr verkürzt. Bei Solarenergie sind wir auf dem schon sehr hohen Vorjahresniveau, und auch Biogasanlagen werden immer flexibler eingesetzt. Bei Speichern und Netzen ist Niedersachsen ebenfalls vorn genauso wie beim Hochlaufen der Wasserstoffproduktion und dem Umbau der Stahl- und Automobilindustrie. All das darf jetzt nicht durch Zaudern und Zögern von Bundeswirtschaftsministerin Reiche gefährdet werden. Ein Ausbremsen der Energie- und Wärmewende würde Zehntausende Arbeitsplätze in Niedersachsen gefährden und die Verlässlichkeit der Politik insgesamt in Frage stellen. Daher verstehen sich die Energieministerinnen und Minister der Länder als Team Energiewende und wollen etwa einmütig die Flächenziele für den Ausbau der Windenergie beibehalten, ebenso die Förderung der Wärmepumpen und der Elektromobilität.“

Vergangenes Jahr ist zumindest in Niedersachsen der Turbo beim Ausbau der Erneuerbaren Energien ungebrochen weitergelaufen, insbesondere mit Blick auf die Windenergie: Gerade auch durch die Arbeit der Task-Force Energiewende sind die Genehmigungszahlen für Windkraftanlagen auf ein Rekordhoch von 2,06 GW in 2024 gestiegen und wurden mit 3,31 GW bis Ende des dritten Quartals 2025 nochmal deutlich übertroffen. Außerdem wurde die die Dauer der Genehmigungsverfahren noch einmal verkürzt, von durchschnittlich 19,4 im Jahr 2024 auf 11,3 Monate in 2025 (bundesweit waren es 2024 23,2 Monate und 2025 17,3 Monate). Energieminister Meyer: „Das zeigt: Wir sind hier auf einem sehr guten Weg, wir müssen aber auch in den kommenden Jahren am Ball bleiben, damit Niedersachsen bis 2040 klimaneutral wird. Denn Elektromobilität, Wärmepumpen, Wasserstoff und eine klimaneutrale Industrie benötigen jede Menge und insbesondere günstigen Erneuerbaren Strom. Die Vorstellungen von Ministerin Reiche von sinkenden Strombedarfen in Deutschland sind daher weltfremd oder gehen von Deindustrialisierung aus, die keiner will. Auch die Stromprognose und die Fortsetzung des EEG und des Wärmegesetzes werden Themen bei den Energieministerkonferenzen sein, auch bei der ersten auf Norderney, wo wir den anderen Bundesländern unsere Leistungen für den Offshore Windkraftausbau zeigen wollen.“ Bei der Energieministerkonferenz vom 20. bis 22. Mai auf Norderney wird mit der klimaneutralen Solarfähre auch eine Offshore-Kabelbaustelle und eine Leitzentrale für Offshore-Windräder in Norden besucht. Meyer: „Die Nordsee leistet viel für die Energiewende in ganz Deutschland. Das wollen wir als Gastgeber der Energieministerkonferenzen dem Bund und den anderen Ländern zeigen.“ 2025 sind vor Niedersachsen Riffgrund 3 von Orsted (Deutschlands größter Windpark) und der Windpark He Dreiht von EnBW vor Borkum in Betrieb gegangen und haben erstmals grünen Strom ins Netz eingespeist.

Zum Hintergrund:

Die EnMK ist eine der zentralen Plattformen zur Entwicklung einer zukunftsfähigen Energiepolitik in Deutschland. Die Geschäftsordnung gibt vor, worum es geht:
Eine effektive Koordination der Energiepolitik der Länder untereinander sowie mit dem Bund. Darüber hinaus dient die Konferenz der gemeinsamen Willensbildung der Länder. Die Ergebnisse können sich dann beispielsweis in Anträgen und Beschlüssen des Bundesrates niederschlagen.

Die für Energiepolitik zuständigen Ministerinnen und Minister sowie Senatorinnen und Senatoren der Länder treffen sich jeweils für drei Tage im Frühjahr (20. bis 22. 2026 Mai auf Norderney) und im Herbst (11. bis 13. November 2026 in Göttingen). Auch die Staatssekretärinnen und Staatssekretäre der jeweiligen Häuser sind mit vor Ort und bereiten in der sogenannten Amtschefkonferenz die Beschlüsse für die Ministerinnen und Minister sowie Senatorinnen und Senatoren vor.

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