Laatzen. Feierliches Programm mit Grüßen aus den Partnerstädten, Verleihung des Couragepreises, Auszeichnung der besten Auszubildenden und Würdigung neuer deutscher Staatsbürgerinnen und -bürger Mit einem besonderen Festakt eröffnete Bürgermeister Kai Eggert das neue Jahr in Laatzen. Rund 450 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Stadtgesellschaft kamen im Forum der Albert-Einstein-Schule zusammen, um beim Neujahrsempfang auf die Geschehnisse des vergangenen Jahres zurückzublicken und gemeinsam nach vorn zu schauen.
Zu den Gästen zählten etwa Bundestagsabgeordneter Dr. Matthias Miersch, Landtagsabgeordnete Dr. Silke Lesemann, stellv. Regionspräsidentin Petra Rudszuck, Hannovers Kultur- und Bildungsdezernentin Eva Bender, die Vertreterinnen und Vertreter der Laatzener Politik in Rat, Ortsräten und Regionsversammlung. Außerdem folgten die Bürgermeister Olaf Kruse aus Sehnde, Nadine Pfeiffer aus Seelze, Heinrich Freimann aus Springe, Roman Döbberstein aus Pattensen und Frank-Thomas Schmidt aus der Gemeinde Algermissen der Einladung ihres Amtskollegen Kai Eggert. Auch Laatzens ehemalige Bürgermeister Jürgen Köhne, Hauke Jagau, Thomas Prinz und Henner Fischbach füllten den Saal. Auch Laatzens Ehrenbürger Jürgen Gansäuer, Stadtbrandmeister Sven Wenger, Polizeikommissariatsleiter Roland Einbrodt und die Vorsitzende der Gesamtkirchengemeinde Katrin Dieckow nahmen an der Feierlichkeit teil.
In diesem Jahr stellte der Neujahrsempfang gleichzeitig den Auftakt für das Jubiläumsjahr der europäischen Städtepartnerschaften dar. Die Partnerschaft mit Guben und Gubin (Polen) jährt sich in diesem Jahr zum 35. Mal, die Verbindung zu Waidhofen an der Ybbs (Österreich) besteht nun inzwischen seit 40 Jahren und die deutsch-französische Partnerschaft zu Grand Quevilly feiert den 60. Geburtstag. Passend dazu untermalten französische Chansons von der Band „Penny's Jukebox“ den Anlass. Gefördert wird der musikalische Rahmen durch den Deutsch-Französischen Bürgerfonds*.
Neujahrsrede von Laatzens Bürgermeister Kai Eggert Seine Neujahrsrede eröffnete Bürgermeister Kai Eggert mit einer persönlichen Begebenheit aus der vergangenen Woche: Auf der Straßenauffahrt zur Gutenbergstraße blieb sein Auto im Schnee stecken. Ein junges Paar hielt an, stieg aus und sagte: „Das kriegen wir schon hin.“ Kurz darauf rollte der Wagen wieder. Diese kleine Szene zeige, „dass wir nicht wegsehen, dass wir anpacken, dass wir einander helfen, auch ohne Auftrag und auch ohne Gegenleistung. Und dass wir wissen: Manche Situationen lassen sich nicht allein lösen – aber gemeinsam sehr wohl.“
Beim Ausblick auf 2026 ging Eggert anschließend auf konkrete Vorhaben ein und verband sie mit einem klaren Anspruch an das Miteinander: „Hier erleben wir konkret, wie Gesellschaft funktioniert – oder eben nicht. Hier entscheidet sich, ob Solidarität ein Wort bleibt oder Wirklichkeit wird. Das Jahr 2026 wird für unsere Stadt ein Jahr sein, in dem wir gemeinsam genau diese Fragen sichtbar beantworten werden. Wir investieren weiter bewusst und entschlossen in das, was Zukunft trägt: in unsere Kinder. Mit der Eröffnung unseres neuen Grundschulneubaus in Ingeln-Oesselse schaffen wir nicht nur Räume zum Lernen, sondern Orte, an denen Kinder Vertrauen, Sicherheit und Perspektive erfahren. Und mit dem Baustart der Grundschule Im Langen Feld und dem partizipativen Projekt des Bildungscampus auf der Fläche hinter dem Erich Kästner Schulzentrum zeigen wir: Wir denken nicht von Wahl zu Wahl, sondern von Generation zu Generation.“
Als organisatorischen Kraftakt nannte Eggert die Einführung des offenen Ganztags an allen Laatzener Grundschulen. Auch soziale Fragen setzte Eggert weit oben auf die Agenda. Für das laufende Jahr kündigte er die Fertigstellung der Unterbringung für obdachlose Menschen an der Hildesheimer 305 an und betonte: „Ein Dach über dem Kopf ist keine Gnade, sondern eine Voraussetzung für Würde, Stabilität und Integration.“ Zudem stellte er den bevorstehenden Umzug der Stadtverwaltung aus dem Rathaus in das Dienstgebäude an der Gutenbergstraße in Aussicht und gab das Leine-Center als neuen Standort für Bücherei und Bürgerbüro bekannt.
Zum Abschluss rief Eggert zur Beteiligung an der Kommunalwahl am 13. September 2026 auf und erinnerte: „Demokratie zeigt sich NICHT in großen Reden, sondern in Beteiligung.“
Darüber hinaus fand er eindringliche Worte: „Gerade in Zeiten, in denen der Ton rauer wird, braucht unsere Demokratie Menschen, die Brücken bauen, statt Gräben zu vertiefen. Toleranz, Respekt und die klare Absage an Gewalt, Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzung sind keine Nebensache. Sie sind das Fundament unseres Zusammenlebens.“
Nach einem andauernden Applaus leitete Eggert zum nächsten Programmpunkt über.
Einbruch verhindert und Täter gestellt: Morton Miehe aus Gleidingen erhält Couragepreis Für seinen entschlossenen Einsatz und seine Zivilcourage wurde der 27-Jährige Morton Miehe aus Gleidingen mit dem Couragepreis 2025 geehrt. Der gelernte Klima- und Lüftungstechniker hatte am Samstag, den 8. März 2025, einen Einbruch in das Gleidinger Schützenhaus verhindert. Der Täter versuchte sich am helllichten Tag mit einer Brechstange Zugang zur Mietswohnung des Schützenhauses zu verschaffen, die Miehe mit seiner Frau und seinem Sohn bewohnt. Miehe reagierte schnell: Mit seinem Rottweiler, einem Baseballschläger und der Kamera seines Smartphones konfrontierte er den Einbrecher, der daraufhin die Flucht ergriff. Die alarmierte Polizei konnte dank der Videoaufnahmen von Gesicht und Kennzeichen die tatverdächtige Person identifizieren und festnehmen.
Kai Eggert und Roland Einbrodt, Leiter des Polizeikommissariats Laatzen, überreichten gemeinsam die Auszeichnung. „Mein Verhalten war für mich eine Selbstverständlichkeit, so wurde ich erzogen,“ unterstrich der Couragepreisträger.
Ausgezeichnete Auszubildende in Laatzen: Drei junge Menschen gefeiert Bereits zum zweiten Mal rückte die Stadt junge Menschen in den Fokus, die während ihrer Ausbildung durch besondere Leistungen und persönliche Stärke überzeugten. „Wir setzen ein Zeichen für die herausragenden Leistungen von jungen Menschen in unserem Stadtgebiet. Und wir weisen hiermit auf das besondere Engagement unserer Unternehmen im Stadtgebiet hin, die glücklich und stolz auf diesen betrieblichen Nachwuchs sein können,“ so Eggert.
Ausgezeichnet wurde unter anderem Niklas Solenthaler, der seine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann beim Nahkauf in Grasdorf absolvierte. Der ehemalige Schüler der Freien Martinsschule durchlief zunächst eine zweijährige Ausbildung zum Verkäufer, bevor er im dritten Jahr erfolgreich zum Einzelhandelskaufmann weiterqualifizierte. Trotz einer Schwerbehinderung infolge einer halbseitigen Lähmung und einer Sehbehinderung hat er seine Ausbildung erfolgreich gemeistert.
Ebenfalls gewürdigt wurde Jan-Erik Noordhof. Der junge Land- und Baumaschinenmechatroniker bei der Zeppelin Baumaschinen GmbH in Gleidingen schloss seine Ausbildung nicht nur in verkürzter Zeit, sondern auch mit der hervorragenden Abschlussnote von 1,38 ab.
Dritte im Bunde war Aryana Salesi, die ihre Ausbildung zur Pflegefachfrau in Victor’s Residenz absolvierte. Die Frau nahm nahezu ohne Deutschkenntnisse ihre Ausbildung auf und erreichte außergewöhnlich schnell ein hohes Sprachniveau und entwickelte sich mit ihrer verantwortungsbewussten, herzlichen und souveränen Art zu einer geschätzten Mitarbeiterin.
Grußwort aus den Partnerstädten Guben und Gubin Aus Laatzens Partnerstädten waren die Bürgermeister Fred Mahro aus Guben und Zbiegniew Bołoczko aus Gubin anwesend. Mit der Eurostadt jährt sich die Partnerschaft in diesem Jahr zum 35. Mal.
„Jeder Besuch in Laatzen und jedes Treffen mit Ihnen bestärkt uns in unserer Überzeugung, dass der größte Wert der internationalen Zusammenarbeit die Menschen sind: ihre Freundlichkeit, Herzlichkeit und Bereitschaft zum Dialog,“ so Gubins Bürgermeister Zbiegniew Bołoczko, der ohne Dolmetscher seine Festrede in deutscher Sprache hielt, obwohl er nie Deutsch gelernt hat. Weiter lobte er Laatzens Gastfreundschaft. „Diese angenehmen Besuche, Gespräche und gemeinsamen Initiativen lassen Grenzen verschwinden und machen aus der Partnerschaft eine echte Freundschaft. Und genau dafür möchte ich Kai Eggert, dem Bürgermeister von Laatzen, dem Freund von Gubin und dessen Einwohnern, herzlich danken.“
Aus Guben sprach Bürgermeister Fred Mahro und lobte die lange Freundschaft und die Gastfreundschaft mit und in Laatzen und betonte, dass er hofft, auch nach der Wahl im März weiterhin als Gubener Bürgermeister die Stadt Guben in Laatzen vertreten zu können.
Es folgte ein Grußwort vom Jugendbeirat Laatzen – gesprochen von Mila Stendel und Sophie Nawaz, die allen ein erfolgreiches neues Jahr wünschten und neben der anstehenden Kommunalwahl im September auch über Projekte zur Müllbekämpfung sprachen.
Neue deutsche Staatsbürgerinnen und -bürger gewürdigt Während sie von der Region Hannover eingebürgert wurden, haben sie in Laatzen gewohnt. Insgesamt wurden in 2024 337 Menschen eingebürgert, im Jahr 2025 waren es 331. Von diesen haben sich 94 neue deutsche Staatsbürger mit Begleitung angemeldet. Bürgermeister Kai Eggert würdigte die neuen deutschen Staatsbürgerinnen und -bürger: „Schön, dass Sie alle in Laatzen ein Zuhause gefunden haben und unsere Gesellschaft bereichern, sich einbringen und teilhaben.“
Stellvertretend für die eingebürgerten Laatzenerinnen und Laatzener sprach Dania Rakiza. Die junge Frau aus Syrien erzählte über ihre Schullaufbahn, ihr Abitur und ihre anschließende Ausbildung zur Pharmazeutisch-technische Assistentin in einer Apotheke.
Ausklang bei herzhaften und süßen Snacks Im Anschluss an die Veranstaltung kamen die Gäste in der Mensa der Albert-Einstein-Schule zusammen und ließen den Neujahrsempfang bei herzhaften und süßen Snacks sowie ausgiebigen Gesprächen ausklingen. Der Deutsch-Französische Bürgerfonds förderte die süßen Gebäckstücke ebenso wie die musikalische Begleitung. Das Bistro vom Förderverein der Albert-Einstein-Schule bereitete mit Narmin Rashid und ihrer Frauengruppe die herzhaften Speisen zu.
Im Foyer stellte das Kinder- und Jugendbüro der Stadt Laatzen die Ergebnisse der Kinderstadt vor, die die Stadt Laatzen im Sommer 2025 durchgeführt hat. Außerdem informierte die Jubiläumsausstellung zur Deutsch-Französischen Partnerschaft.
*Über den Deutsch-Französischen Bürgerfonds Der Deutsch-Französische Bürgerfonds berät, vernetzt und finanziert Projekte, die die deutsch-französische Freundschaft und Europa in der Breite der Bevölkerung erlebbar machen. Er fördert eine Vielzahl an Formaten und Themen, ist niedrigschwellig und steht allen Akteuren der Zivilgesellschaft offen.
Der Bürgerfonds geht auf den im Jahr 2019 zwischen Deutschland und Frankreich geschlossenen Vertrag von Aachen zurück und wurde im April 2020 errichtet. Er wird vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) umgesetzt und wird zu gleichen Teilen von der Bundesregierung und der französischen Regierung finanziert.
Weitere Infos: www.buergerfonds.eu/.

