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Mehrkosten von 1,55 Millionen Euro bei Umbau der Grundschule Arnum

Hemmingen. Die umfangreichen Bauarbeiten an der Grundschule Arnum werden voraussichtlich deutlich teurer als bislang geplant. Nach vertieften Untersuchungen der vorhandenen Gebäudesubstanz empfiehlt die Stadtverwaltung nun, den bestehenden Verwaltungstrakt vollständig abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen.

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Unerwartete Probleme im Gebäudebestand entdeckt

Im Zuge der weiteren Planungen für den Mensaneubau und die Erweiterung der Ganztagsbereiche wurden zusätzliche Bauteilöffnungen sowie Schadstoff- und Bestandsuntersuchungen durchgeführt. Dabei stellte sich heraus, dass Teile des Gebäudes anders konstruiert wurden als in den vorhandenen Bauunterlagen dokumentiert.

Besonders problematisch ist die Dachkonstruktion des Verwaltungstrakts. Während die vorliegenden Pläne von Wellstegträgern ausgingen, wurden tatsächlich Fachwerkträger ohne ausreichende Tragreserven verbaut. Zudem zeigte sich, dass die Flurdachkonstruktion erheblich von den Bestandsunterlagen abweicht. Weitere Untersuchungen ergaben geringere Wandstärken als ursprünglich angenommen sowie zusätzliche statische und konstruktive Risiken.

Nach Angaben der Verwaltung lassen die Abweichungen darauf schließen, dass während der Bauausführung in den 1970er-Jahren Änderungen vorgenommen wurden, die später nicht in den Planunterlagen dokumentiert wurden.

Vier Varianten untersucht

Vor dem Hintergrund der neuen Erkenntnisse wurden vier verschiedene Lösungsansätze bewertet.

Die erste Variante sah die Sanierung unter Erhalt der bestehenden Wände vor. Zwar könnte dadurch vorhandene Bausubstanz erhalten werden, gleichzeitig blieben jedoch erhebliche Risiken durch den Zustand der Wände und Leitungen bestehen. Die Mehrkosten würden rund 1,7 Millionen Euro betragen.

Die Varianten zwei und drei setzten ebenfalls auf eine Sanierung, teilweise mit neuen Wänden in Holzbauweise beziehungsweise einer Umstrukturierung des Gebäudes. Beide Lösungen würden nach Berechnungen der Verwaltung zusätzliche Kosten von etwa 2,2 Millionen Euro verursachen.

Neubau bietet die größten Vorteile

Als wirtschaftlichste und langfristig sinnvollste Lösung bewertet die Verwaltung die vierte Variante: den vollständigen Ersatzneubau des Verwaltungstrakts einschließlich des Bibliotheksbereichs.

Aus Sicht der Fachplaner entfallen dabei die Risiken durch unbekannte Bausubstanz. Gleichzeitig entstehen größere Freiheiten bei der Raumgestaltung, eine bessere Flächeneffizienz und geringere Betriebs- und Instandhaltungskosten. Zudem könnte der Schulhof vergrößert werden. Die Bibliothek ließe sich in den Neubau integrieren und mit einem separaten öffentlichen Zugang ausstatten.

Die Mehrkosten gegenüber der bisherigen Planung würden bei rund 1,8 Millionen Euro liegen. Durch verschiedene Einsparmaßnahmen sollen jedoch etwa 250.000 Euro kompensiert werden, sodass die Verwaltung eine Fortschreibung des Kostenrahmens um 1,55 Millionen Euro empfiehlt.

Einsparungen bei Ausstattung vorgesehen

Zur Begrenzung der Mehrkosten schlägt die Verwaltung mehrere Einsparungen vor. So sollen unter anderem Dachterrasse und bestimmte Einbauten im Mensaneubau entfallen. Statt Parkettböden soll teilweise Linoleum verlegt werden. Auch auf die geplante Kühlung sowie Teile der Gebäudeautomation könnte verzichtet werden.

Nicht empfohlen wird hingegen der Verzicht auf die vorgesehenen Gründächer. Diese sollen trotz möglicher Einsparungen weiterhin umgesetzt werden.

Fertigstellung bis 2028 geplant

Der Zeitplan für die Gesamtmaßnahme bleibt grundsätzlich bestehen. Der Bau der neuen Mensa soll im Sommer 2026 beginnen und Ende 2027 abgeschlossen werden. Die Fertigstellung des neuen Verwaltungstrakts ist weiterhin für Mitte beziehungsweise Ende 2028 vorgesehen.

Mit dem vorgeschlagenen Ersatzneubau verfolgt die Stadt das Ziel, die langfristigen Risiken der vorhandenen Bausubstanz zu vermeiden und eine moderne, energieeffiziente sowie zukunftsfähige Lösung für die Grundschule Arnum zu schaffen.

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