Wennigsen. Das Historische Freischießen hat in Wennigsen eine lange Tradition. Neben den Garden, Offizieren und Majestäten gibt es aber noch weitere Akteure, die zu einem gelungenen Gesamtbild beitragen. Am sogenannten „Dölmschen-Dienstag“ öffnet das „Lazarett“ seine Türen und war bei der diesjährigen Hitze erneut eine willkommene Station beim Festumzug.
Das Lazarett in der Straße Lutterbrink gehört mittlerweile zur Tradition des Historischen Freischießens in Wennigsen wie die Königskette zur Majestät. Seit dem Jahr 2000 hat sich die Idee immer weiter entwickelt und immer mehr Bürger machen mit. Angefangen haben vor nun 26 Jahren Helmut und Heike Lindemann, erzählt Monika Kohn bei den Vorbereitungen im Lazarett. Aus dem Getränkestand des Ehepaars wurde über die Jahre das Lazarett, bei dem immer mehr Nachbarn aus der Straße mitmachen. Gerade bei hohen Temperaturen wie in diesem Jahr freuen sich die Teilnehmer des Festumzugs, die in ihren dicken Uniformen schnell ins Schwitzen kommen.
Straßenflohmarkt finanziert die Verpflegung
Gut ein Jahr vor dem Freischießen veranstalten die Nachbarn des Lutterbrinks einen Straßenflohmarkt. Der Erlös des dazugehörigen Kuchenverkaufs fließt in die Anschaffung von Getränken und Speisen.
„Wir benötigen gut 1.200 bis 1.500 Euro, um den Festzug zu versorgen“, erklärt Kohn die Vorbereitungen. Am Montag trifft man sich dann zum Einkaufen. In diesem Jahr wurden 12 Kilogramm Käse und 12 Kilogramm Mettbällchen, fast ein Kilogramm Gurken, 10 Kilogramm Rollmöpse und 8 Kilogramm Bockwürste sowie Paprika und Weintrauben besorgt. Dazu Getränke wie Wasser, Softdrinks und Bier.
Frühstart mit der Artillerie
Am Dienstag kommt dann die Artillerie um 6 Uhr morgens zum Salutschuss. Die Böllerschützen bleiben anschließend zum Frühstück im Lazarett. Während die Männer die Pavillons aufbauen, treffen sich die Frauen zur Essensvorbereitung bei Familie Schroer.
Wenn dann der Umzug am Nachmittag vorbeikommt, ist alles vorbereitet und Speisen sowie Getränke werden an Gardisten und Kutschen verteilt.
Gemeinschaft über Generationen hinweg
„Es ist toll, dass mittlerweile fast 30 Leute beim Lazarett mitmachen und auch junge Leute dabei sind, damit diese Tradition weiterhin bestehen bleibt“, freut sich Monika Kohn über den gelungenen Tag.
Nach dem Historischen Freischießen gibt es noch ein Treffen zur Nachbesprechung, bei dem geklärt wird, was verbessert werden kann. Gleichzeitig werden bereits erste Ideen für das nächste Freischießen gesammelt.
So zeigt das Lazarett am Lutterbrink Jahr für Jahr, dass das Historische Freischießen nicht nur von Uniformen und Umzügen lebt, sondern vor allem vom ehrenamtlichen Engagement und dem starken Gemeinschaftsgeist der Wennigser Bürger.




