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Doppel-Power durch „Ausbildungslots*innen“ und „Startklar“

Eine Gemeinschaftsleistung für mehr individuelle Unterstützung: Startklar und die Ausbildungslotsen gehen ab sofort Hand in Hand. Quelle: Region Hannover/Borschel.

Region. Der Übergang von der Schule in den Beruf ist für viele Jugendliche eine Herausforderung. Seit über zehn Jahren begleiten die Ausbildungslots*innen der Region Hannover Schüler*innen auf diesem Weg – mit Erfolg: Jährlich profitieren über 9.000 Jugendliche von zusätzlicher Berufsorientierung, Bewerbungstrainings und Praktikumsvermittlung. Grund für die Region Hannover, die Förderung um noch einmal 200.000 Euro auszuweiten, um sechs neue Schulen in das Projekt aufnehmen zu können.

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Doch was, wenn soziale oder psychische Probleme den Blick auf die Zukunft verstellen? Genau hier setzt die neue Kooperation mit dem Projekt „Startklar“ des Jobcenters Region Hannover an. Seit dem 1. August arbeiten beide Projekte an 18 Schulen in der Region Hannover Hand in Hand, um Jugendlichen noch gezielter unter die Arme zu greifen.

Die Ausbildungslots*innen haben in den vergangenen Jahren einen stetigen Erfolg vorzuweisen: Sie unterstützen Schüler*innen dabei, ihre Stärken zu erkennen, passende Berufsfelder zu entdecken und sich erfolgreich zu bewerben. Doch die Realität zeigt: Nicht alle Jugendlichen sind sofort bereit, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Manche kämpfen mit sozialen Schwierigkeiten, psychischen Belastungen oder familiären Problemen, die eine Berufsorientierung zunächst unmöglich machen.

Hier kommt „Startklar“ ins Spiel. Das neue Projekt des Jobcenters Region Hannover spezialisiert sich darauf, an Ausbildungslotsenschulen Jugendliche mit den genannten Herausforderungen zu stabilisieren – sei es durch sozialpädagogische Begleitung, Elternarbeit oder die Vermittlung in passende Hilfsangebote. Das Jobcenter Region Hannover finanziert das Projekt mit insgesamt 1,5 Millionen Euro Die Konzeption von „Startklar“ betont die enge Verzahnung beider Projekte: An den sechs neuen Schulen (darunter die Leibniz IGS Langenhagen, die IGS Seelze oder die KGS Laatzen) sowie an zwölf der 27 Bestandsschulen sind die Ausbildungslots*innen ab August je zur Hälfte in beiden Projekten tätig.

Was bedeutet die Verzahnung von Ausbildungslotsen und Startklar?

- Keine Übergaben, keine Reibungsverluste: Die Jugendlichen werden von einer Ansprechperson begleitet – von der sozialen Stabilisierung bis zur konkreten Berufsorientierung.

- Mehr Zeit für individuelle Betreuung: Durch die Verdopplung des Personals an den 18 Schulen kann noch gezielter auf die Bedürfnisse der Schüler*innen eingegangen werden.
Ein ganzheitlicher Ansatz: In „Startklar“ werden die Grundlagen geschaffen (z. B. durch sozialpädagogische Unterstützung), die Ausbildungslots*innen unterstützen beim Übergang von der Schule in den Beruf, bei Berufsorientierung und bei der Vermittlung in Ausbildung oder weiterführende Schulen.

Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz: â€žBildung ist der Schlüssel für die Fachkräfte von morgen – und damit für die Wirtschaftskraft unserer Region. Mit dieser Kooperation holen wir Jugendliche dort ab, wo sie stehen. Ob sie erst einmal soziale Unterstützung brauchen oder direkt in die Berufsorientierung einsteigen können – am Ende geht es darum, dass jede und jeder eine passende Perspektive findet. Das ist nicht nur eine Investition in ihre Zukunft, sondern auch in die unserer Region.“

Geschäftsführerin Jobcenter Region Hannover Ana Paula Büsse: „Als Jobcenter Region Hannover ist es unser Ziel, dass möglichst alle Jugendliche in der Region Hannover einen Berufsabschluss erwerben. Denn eine qualifizierte Berufsausbildung bietet die besten Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben, ohne Abhängigkeit von Sozialleistungen. Mit „Startklar“ wollen wir die Jugendlichen so früh wie möglich individueller erreichen und unterstützen. Im Idealfall sind sie die dringend benötigten Fachkräfte von morgen und brauchen nie einen Antrag auf Grundsicherungsgeld zu stellen brauchen.“  

Heike Döpke, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hannover: „Der Fachkräftebedarf ist Demografie bedingt weiterhin eine große Herausforderung am Arbeitsmarkt. Nur mit guter Ausbildung gelingt es einem Teil diese Lücke zu füllen. Umso wichtiger ist es, dass wir die jungen Menschen in unseren Schulen, gut auf eine zukunftsfähige Ausbildung vorbereiten und ihnen helfen eine gute Wahl treffen zu können. Dazu trägt die Berufsberatung in enger Zusammenarbeit mit den Lotsen und der Schule bei.“

Was sich konkret ändert – und wer welche Aufgaben übernimmt

Die Auswahl der 6 neuen Schulen erfolgte in enger Absprache mit der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Region Hannover. Kriterien waren unter anderem der Anteil der Leistungsbezieher*innen nach SGB II an der Gesamtbevölkerung der Kommune oder der Schüler*innenschaft einer Schule und konkrete Bedarf an Unterstützung im Bereich Berufsorientierung, der von den Berufsberater*innen der Agentur für Arbeit gemeldet wurde.

Die Ausbildungslots*innen sind kontinuierlich vor Ort an den Schulen präsent und fungieren als Schnittstelle zwischen Schule, Wirtschaft und Jugendlichen. Ihre Aufgaben sind vielfältig und umfassen:

- Gruppenmaßnahmen im Klassenverband oder in Kleingruppen (z. B. in den Jahrgängen 8–10), die auf das Berufsorientierungskonzept der jeweiligen Schule abgestimmt sind.

- Individuelle Betreuung der Schüler*innen – z.B.  Bewerbungstrainings oder  Vermittlung von Praktika.

- Netzwerkarbeit mit Betrieben, Berufsbildenden Schulen (BBS) und Kammern, um Praktika, Schnupperunterricht oder Ausbildungsplätze zu organisieren.

- Berufsorientierungs-Checks in Vorabgangs- und Abgangsklassen, um sicherzustellen, dass jeder Schülerin eine Anschlussperspektive nach der Schule hat.

- Einführung und Begleitung eines individuellen Berufswegefahrplans, der den Jugendlichen als Leitfaden für ihre berufliche Zukunft dient.

Während die Ausbildungslots*innen sich auf die Berufsorientierung konzentrieren, übernimmt „Startklar“ die vorgelagerte sozialpädagogische Unterstützung. Dazu gehören:

- Individuelle Begleitung von Schüler*innen mit sozialen oder psychischen Herausforderungen.

- Elternarbeit, um auch das Umfeld der Jugendlichen in den Prozess einzubinden.

- Nachbetreuung in die Ausbildung oder Berufsbildende Schule, um den Ãœbergang zu sichern.

- Zusammenarbeit mit externen Partnern (z. B. Jugendamt, Schulsozialarbeit), um ganzheitliche Lösungen zu entwickeln.

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