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Einweihung der Partnerschaftsuhr und Karpfenfest - Bürgermeister Springfeld und Delegation in Milicz

Delegation aus Springe, v.l.n.r. Klaus Nagel, Jürgen Kohlenberg, Christian Springfeld und Heinrich Freimann. Quelle: Stadt Springe.

Springe. Vom 9. bis 11. September hatte die Stadt Milicz anlässlich des Karpfenfestes in Milicz Partner aus den deutschen Städten Lohr, Wurzen und Springe zu Gast. Es war das erste Mal, dass Milicz die Gelegenheit hatte, alle drei Städte gleichzeitig zu beherbergen, was für alle Beteiligten eine schöne Erfahrung war und eine Gelegenheit, die Beziehungen durch die langjährige Zusammenarbeit, die vielen abgeschlossenen Projekte und die gemeinsame Geschichte zu stärken.

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Mit Wurzen und Springe verbindet Milicz eine gemeinsame Geschichte: In der Nähe dieser Städte wurden viele Einwohner der Region Milice nach dem Zweiten Weltkrieg umgesiedelt, die ihr Leben lang die Geschichte und die Erinnerungen an das Leben im ehemaligen Landkreis Milice-Żmigród gepflegt haben. Nach dem Krieg kümmerte sich Springe um mehr als 50.000 Einwohner des ehemaligen Milicz-Zmigród-Landes, die über das ganze Land und sogar in die Welt verstreut waren. Unter ihnen befand sich ein außergewöhnlicher Mann, ein großer Freund und Ehrenbürger von Milicz - Hans Joachim Nitschke, der leider aufgrund seines Gesundheitszustandes nicht an der Feier teilnehmen konnte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden rund 40.000 Einwohner der Region Milicz in den Raum Wurzen umgesiedelt. Mit vielen von ihnen treffen sich die Miliczer auch heute noch und halten Kontakt.

Bereits beim Galadinner am 10. September begrüßte Bürgermeister Piotr Lech die geladenen Gäste und betonte, dass unsere Partnerschaft und Freundschaft auf einer starken Zusammenarbeit, aber auch auf der Geschichte, den Erinnerungen und der Liebe zu einem gemeinsamen Ort - Milicz/Militsch - beruhen.

Bürgermeister Springfeld besuchte zusammen mit den Ratsherren Klaus Nagel, Jürgen Kohlenberg und Heinrich Freimann, die Partnerstadt.

Er freute sich über die Gelegenheit Milicz näher kennenzulernen und bei der Einweihung der Partnerschaftsuhr sowie Ausstellungseröffnung dabei sein zu können. Bürgermeister Springfeld: „Unsere Freunde in Polen zu besuchen ist in diesen Zeiten ein besonderes Privileg. Europa steht zusammen. Es tut gut, dieses unerschütterliche Zusammenstehen in Milicz gemeinsam zu leben!"

Vertreter aus Lohr, Wurzen und Springe verbrachten den Samstagvormittag mit einer Aktivität, die mit der Geschichte der Stadt Milicz verbunden war. Sie nahmen an einem Spaziergang mit Jürgen Karwelat teil, der sonst in Berlin lebt und arbeitet, von Beruf Jurist im Ruhestand aus dem Berliner Justizministerium und privat, zusammen mit seiner dänischen Frau Kerstin, leidenschaftlich gerne reist, nach seinen Wurzeln sucht und die Geschichte Schlesiens erforscht. Seine Familie lebte bis zum Ende des Krieges in Sławoszowice. Herr Karwelat weiß mehr über das Barycz-Tal, als viele ehemalige oder aktuelle Bewohner. Er ist ein großer Sympathisant Polens und der polnischen Bevölkerung. Seit vielen Jahren ist er mit Marta Kamińska befreundet, einer Übersetzerin und Geschichtsliebhaberin, die im Barycz-Tal lebt. Dank dieser Bekanntschaft sind viele interessante deutsch-polnische Geschichtsprojekte entstanden. Das Duo unterstützte unter anderem die Erstellung der Ausstellung Militsch&Milicz Historia (z)blisko, deren Eröffnung an einem Karpfenwochenende in Milicz stattfand. Der Spaziergang, an dem auch Delegationen aus Deutschland teilnahmen, war öffentlich, wurde auch ins Polnische übersetzt und konnte auch von Einheimischen und Touristen besucht werden.

Am Samstag wurde im Rahmen des Besuchs der Gäste auch die Partnerschaftsuhr enthüllt, die vor zwei Monaten im Herzen der Stadt als Symbol für unsere Partnerschaft, Freundschaft und Zusammenarbeit aufgestellt wurde. Zusammen mit dem Bürgermeister von Milicz waren die Bürgermeister von Lohr, Springe und Wurzen eingeladen, das Band an der Uhr zu zerschneiden. Leider fehlten die Vertreter der georgischen Kobuleti, deren Wappen ebenfalls eine Seite der Uhr auf dem Platz ziert.

Der wichtigste und sentimentalste Programmpunkt des Besuchs der Partnerstädte war die Eröffnung der Ausstellung "Militsch&Milicz - (nahe) Geschichte" Die Geschichte der Region Milice und auch die Geschichte der Stadt ist eine Mischung aus verschiedenen Emotionen und Erfahrungen. Es ist die Traurigkeit und der Kummer, das Land und die Heimat der Familie für immer zu verlassen. Diese Geschichte verewigt unsere Geschichte, weil es so viele Gemeinsamkeiten zwischen Deutschen und Polen gibt. Es ist ein gemeinsames Schicksal der Vertreibung, der Wanderschaft, des Aufbruchs ins Unbekannte, der Ängste, der Sorgen, der Befürchtungen. Und das Wichtigste ist, dass uns die Liebe zu Milicz und der Stolz auf das Vorkriegs-Milicz eint. Durch die Ausstellung "Geschichte (aus) nächster Nähe. Militsch & Milicz' können wir Milicz mit den Augen seiner ehemaligen deutschen und heutigen polnischen Bewohnerinnen und Bewohner betrachten. Die Ausstellung zeigt ein Bild der Stadt mit den Augen ihrer Vorgänger*innen und der heutigen Einwohner*innen und Tourist*innen. Die Ausstellung besteht aus 28 Fotografien des alten (Vorkriegs-)Milicz und des neuen, zeitgenössischen Milicz. Die Fotos des alten Milicz wurden der Gemeinde Milicz von der Milicz-Zmigród Landmannschaft zur Verfügung gestellt. Die Ausstellung wird noch zwei Wochen lang auf dem Marktplatz zu sehen sein, so dass jeder herzlich eingeladen ist, sie zu besuchen.

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