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Wenn die Bäche über ihre Ufer treten: Eldagsen will sich schützen

Förderung für ein Starkregenschutzkonzept in Eldagsen: (v.l.) Gerd Gennat (Leiter Tiefbau Springe), Ortsbürgermeister Karl Heinrich Rohls, Bürgermeister Christian Springfeld und Umweltdezernentin Christine Karasch. Quelle Region Hannover/Abelmann.

Eldagsen. Vollgelaufene Keller, überflutete Grundstücke und Straßen – im Juli 2017 bescherte Tief „Alfred“ mit anhaltenden Regengüssen den Bürgern in Eldagsen nicht nur nasse Füße. Feuerwehr und THW mussten ganze Arbeit leisten, bis Gehlenbach und Wöhlenbach wieder in ihre Bachbetten zurückgefunden hatten. Neben kurzen, heftige Starkregenereignissen wie vor fünf Jahren sorgen in dem Springer Stadtteil auch langhaltende Niederschläge von eher geringer Intensität immer wieder für Hochwasser. Mit einem Überflutungsschutzkonzept will die Stadtverwaltung für Abhilfe sorgen. Die Region Hannover beteiligt sich an den Kosten in Höhe von 85.000 Euro mit 10.000 Euro im Rahmen ihrer Förderrichtlinie „Kommunale Klimafolgenanpassung“.

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„Vor allem kurze, heftige Wolkenbrüche können die Leistungsfähigkeit von Kanalisationen und Gewässern übersteigen. Die Folge sind Überschwemmungen und Sturzfluten, die zu Personen- und Gebäudeschäden führen können. Phänomene, die auch in der Region Hannover schon aufgetreten sind. Durch den Klimawandel wird sich diese Überflutungs-gefahr in Zukunft noch erhöhen“, sagte Christine Karasch, Umweltdezernentin der Region Hannover, bei einem Ortstermin.

Auf eine Besonderheit Eldagsens wies Springes Bürgermeister Christian Springfeld hin: „Über eine Länge von sieben Kilometern ziehen sich offene Gräben und Bäche durch die Ortslage. Bei Hochwasser können sie über die Ufer treten und angrenzende Grundstücke und Straßen in Mitleidenschaft ziehen.“ Mit Hilfe eines digitalen Geländemodells (DGM) sollen im kommenden Jahr mögliche Überflutungsflächen ermittelt und ein Konzept mit Schutz- und Vorsorgemaßnahmen entwickelt werden.

Aus dem DGM und den digitalen Daten der Katasterverwaltung wird ein zweidimensionales Berechnungsnetz aufgebaut, auf das drei unterschiedliche Niederschlagsbelastungen für alle 50, 100 und 500 Jahre wiederkehrende Ereignisse angewandt werden. Die Simulation beschreibt die Abflussvorgänge auf der Geländeoberfläche und berücksichtigt die Kapazität des Kanalnetzes, das auf die Wassermengen eines dreijährigen Niederschlagereignisses ausgelegt ist.

„Aus dieser Berechnung ergeben sich Überflutungsflächen, für die entsprechende Schutz- und Vorsorgemaßnahmen entwickelt und die entstehenden Kosten ermittelt werden“, erläuterte Bürgermeister Springfeld: „Das Konzept wird auch die Einsatzplanung der Rettungskräfte erleichtern. Möglicherweise betroffene Bürgerinnen und Bürgern bekommen Hinweise, wie sie sich und ihr Eigentum schützen können. Und wir werden sehen, wo es gegebenenfalls sinnvoll ist, im Bestand zusätzliche Entwässerungskapazitäten zu schaffen. Bei der Ausweisung von Neubaugebieten und bei Straßenausbauten setzt die Verwaltung seit längerem auf Konzepte, die den möglichst schadlosen Abfluss von seltenen Sturzfluten über Straßenflächen, Wege oder Grünanlagen sichern sollen.“

„Mit den Mitteln nach unserer Richtlinie ‚Kommunale Klimafolgenanpassung‘ unterstützen wir sowohl die Erstellung kommunaler Konzepte als auch die Umsetzung von Maßnahmen“, so Christine Karasch: „Unser Ziel ist, gemeinsam sogenannte ‚blaue und grüne Infrastruktur‘ zu schaffen, zum Beispiel Überflutungsflächen für Niederschlagswasser zu planen oder die Bebauung im urbanen Raum so zu gestalten, dass Hitzeinseln verschwinden.“ In 2021 stehen hierfür 250.000 Euro, im Folgejahr 150.000 Euro bereit.

Die Förderrichtlinie ist ein Baustein des Klimaanpassungskonzepts der Region Hannover. Über das Programm sowie weitere Förderprogramme auf Bundes- oder Landesebene zum Klimawandel informiert die Klimaschutzleitstelle der Region auf Anfrage über die E-Mail-Adresse klimaschutzleitstelle@region-hannover.de und auf der Seite hannover.de.

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