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Niedersachsen legalisiert den Abschuss von Elterntieren

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Region.

Niedersachsens Landwirtschaftsministerium unter Barbara Otte-Kinast (CDU) plant eine Novellierung seines Landesjagdgesetzes. Und die hat es in sich, denn der Tierschutz wird in bisher unstrittigen Punkten einfach ausgehebelt, so der Verein Wildschutz Deutschland:

Wurden bisher zur Aufzucht erforderliche Elterntiere fahrl√§ssig oder vors√§tzlich get√∂tet, wurde dieses Jagdvergehen als Straftat geahndet. Otte-Kinast will entsprechende Fehltritte k√ľnftig wie Halteverbote bestrafen, n√§mlich als Ordnungswidrigkeit.

Die T√∂tung von Muttertieren, die nicht erkennbar Jungtiere f√ľhren, soll sogar g√§nzlich straffrei bleiben. Fatal, n√§mlich t√∂dlich ist diese Regelung f√ľr viele Hirschk√§lber, die gerade im ersten Winter der F√ľhrung der Hirschkuh dringend bed√ľrfen. Beim Verlust der Mutter werden die K√§lber aus ihrem Rudel ausgesto√üen. F√ľhrungslosigkeit, Isolation, Stress, mangelnder Zugang zum Futter f√ľhren zu einer rapiden Verschlechterung des Gesundheitszustands und nicht selten zum Tod. ‚ÄěDas ist des J√§gers h√∂chst Gebot, was du nicht kennst, das schie√ü nicht tot!‚Äú Dieses Credo ‚Äď eigentlich der Inbegriff der Weidgerechtigkeit ‚Äď soll in Niedersachsen nun mit einem Federstrich der politisch Verantwortlichen zur Bagatelle gemacht werden. Hintergrund ist wohl ‚Äď wie auf Bundesebene - die Intention, Reh- und Rotwild dramatisch zu reduzieren, angeblich, um den Aufbau klimaresilienter W√§lder ohne Schutzma√ünahmen zu erm√∂glichen. Das hei√üt nichts anderes, als dass man k√ľnftig f√ľr den Schutz von Aufforstungsfl√§chen kein Geld mehr in die Hand nehmen m√∂chte. Ethik ist dabei nur st√∂rend. Niedersachsens J√§ger sollen nicht z√∂gern und das Wild etwa so ansprechen wie es die Weidgerechtigkeit fordert, sondern so viele Tiere, wie eben m√∂glich zur Strecke bringen.

‚ÄěAnsprechen‚Äú ist J√§gersprache und bedeutet vor dem Schuss zu erkennen, ob es sich um ein Wildschwein oder ein Pony handelt, Alter und Geschlecht des Tieres zu bestimmen, und festzustellen, ob das Zielobjekt ein f√ľr die Aufzucht von Jungtieren erforderliches Elterntier sein k√∂nnte. Schon heute wird diese Regel insbesondere bei den stark zunehmenden Bewegungsjagden kaum hinreichend beachtet, zumal der Erfolgsdruck seitens der Staatsforste auf Berufsj√§ger bereits enorm ist. Aber die Deklassierung dieses Kerns der Weidgerechtigkeit entspricht der vollst√§ndigen Kapitulation der nieders√§chsischen Landesregierung gegen√ľber den berechtigten Anliegen des Tierschutzes.

‚ÄěLeider ist Niedersachsen nicht alleine, wenn es um die Abschaffung des Tierschutzes f√ľr Wildtiere geht. Der schleichende, durch die Jagdbeh√∂rden forcierte Verlust der f√ľr den Tierschutz essentiellen Weidgerechtigkeit ist seit etwa zwei, drei Jahrzehnten sowohl auf Landes- wie auf Bundesebene zu beobachten. Das Tierschutzgesetz ist auf Wildtiere kaum noch anzuwenden. Regelungen, die bisher den Tierschutz im Rahmen des unbestimmten Rechtsbegriffes ‚ÄěWeidgerechtigkeit‚Äú weitgehend sicherstellten, werden im Rahmen der Jagdgesetzgebung oft willk√ľrlich und ohne jegliche wissenschaftlich fundierten Kenntnisse ausgehebelt,‚Äú er√∂rtert Lovis Kauertz, Vorsitzender von Wildtierschutz Deutschland.

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