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20 Jahre Calenberger Cantorei: Jubiläumskonzert in der Klosterkirche Wennigsen

Quelle: Calenberger Cantorei.

Wennigsen. Die Calenberger Cantorei feiert Jubiläum: den Chor in Wennigsen gibt es nun schon seit 20 Jahren. Die Cantorei bereichert also schon seit zwei Jahrzehnten die Kulturlandschaft im Calenberger Land. Mittlerweile tritt der Chor gelegentlich auch in Hannover auf. Zum 20. Geburtstag findet am Samstag, 13. Juni, um 19 Uhr ein Konzert mit Madrigalen aus verschiedenen Ländern in der Klosterkirche Wennigsen statt.

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Vor genau 20 Jahren fand sich eine Handvoll Menschen aus Wennigsen und Umgebung zusammen, um mit der Calenberger Cantorei einen neuen Chor zu gründen. Im Interview mit Chorsängerin Heidi Schlüter erzählen Initiatorin Nina von Zimmermann und Chorleiter Ludwig Theis über Anfänge, Motivation, Erfolge und Ideen.

Wie kam es dazu, dass du vor 20 Jahren die Initiative ergriffen hast, die Calenberger Cantorei zu gründen?

Nina von Zimmermann: Silvester 2005 habe ich mir vorgenommen: Ich möchte wieder mehr singen. Gemeinsam mit anderen, die ebenfalls etwas ambitionierter singen wollten und in ihren Ensembles nicht mehr so zufrieden waren, haben wir uns zusammengesetzt und dann auch sehr schnell Ludwig Theis angefragt, der sofort ganz begeistert miteinstieg. Wir trafen uns Ende April 2006 mit den Gründungsmitgliedern, Mitte Mai wagten wir bereits die erste Probe.

Was hat dich davon überzeugt Leiter des neuen Chores werden zu wollen?

Ludwig Theis: Ich hatte einfach große Lust darauf und suchte sowieso noch nach einem anspruchsvolleren Chor, mit dem ich neue Projekte starten konnte.

Mit wie vielen Sänger*innen seid ihr gestartet und wie lange habt ihr geprobt, bis ein erstes Konzert erarbeitet war?

Nina v. Z.: Wir waren ganz überwältigt, wie viele Menschen gleich beim ersten Probentermin erschienen. Es waren bestimmt über 50 Interessierte, die sich einfanden. Ludwig begann direkt mit Stücken von Monteverdi. Damit war klar, in welche Richtung es für uns gehen sollte: klassische Musik aus allen Jahrhunderten mit einem Schwerpunkt auf geistlicher Musik. Das Tempo an diesem Abend war rasant und für manche dann vielleicht auch zu herausfordernd, viele sind jedoch geblieben – und bis heute dabei!

Ludwig T.: Wir haben dann ein gutes Jahr an der „Messa a quattro voci da capella“ von Claudio Monteverdi sowie weiteren Werke von Bruckner, Rheinberger und Loewe gearbeitet, bis wir in der Klosterkirche Wennigsen zum ersten Mal als Calenberger Cantorei ein Konzert aufführten.

 

Welche Stücke haben dich besonders in den 20 Jahren berührt?

Ludwig T.: Die „Weihnachtsgeschichte“ von Hugo Distler hat mich sehr berührt, weil Distler eine ganz besondere Tonsprache, eine unglaubliche Polyphonie hat. Mit diesem Konzert begann auch unser mittlerweile traditionelles und sehr beliebtes Singalong in der Adventszeit.

Nina v.Z.: Das war damals noch recht ungewöhnlich, dass zunächst der Chor für sein Publikum sang und anschließend die Zuhörenden die Chance hatten in einem offenen Singen gemeinsam mit dem Chor Advents- und Weihnachtslieder zu singen. Ich wurde im Anschluss von sehr vielen Menschen angesprochen, die das Singalong sehr berührt und gefallen hatte. Seitdem ist dieser Termin fest in unserem Chorkalender.

Was sind besondere Highlights für dich?

Nina v.Z.: Mich hat damals wirklich die Gründung des Chores überwältigt, wir haben es geschafft, in so kurzer Zeit so viele Menschen für die Idee zu begeistern.

Ludwig T.: Es ist ein Laien-Chor zusammengewachsen, der musikalisch sehr gut schwingt…

Nina v.Z.: …mit einem Chorleiter, der das so aufgreift, dass die Emotionen die Menschen erreichen.

Gab es herausfordernde Situationen und wie wurden sie bewältigt?

Ludwig T.: Die Corona-Pandemie war sicherlich eine der größten Herausforderungen. Wir wollten unser gemeinsames Musizieren irgendwie ja lebendig halten. Dafür mussten wir einige Kompromisse eingehen. Es gab auch im Laufe der Jahre immer mal wieder Situationen, in denen ich Menschen sagen musste, dass sie von ihren Leistungen – noch – nicht in den Chor passen. Das fällt mir nicht leicht.

Wenn du manchmal abends vor der Probe müde und erschöpft bist, was motiviert dich zur Probe zu gehen?

Nina v.Z.: Es kommt oft vor, dass ich nach einem anstrengenden Arbeitstag recht müde zur Probe gehe und dann ganz energetisch nach Hause komme. Diese Zeit am Donnerstagabend ist für mich echte „Me-Time“.

Ludwig T.: Ich bin nach den Proben immer total euphorisiert!

Ludwig, du bist auch Instrumentalist. Was reizt dich besonders daran, mit einem Chor zu arbeiten?

Ludwig T.: Beim Singen stillen wir eine tiefe Sehnsucht nach Einheit. Das ist ein zutiefst spiritueller Akt. Es betrifft jeden Menschen ganz unmittelbar und wir verbinden uns miteinander.

Gibt es Stücke oder Projekte, die ihr in der Zukunft mit der Calenberger Cantorei einmal singen oder aufführen möchtet?

Ludwig T.: Ich könnte mir vorstellen noch mehr in die Moderne zu gehen. Aber ich habe kein konkretes Werk im Sinn. Ich bin grundsätzlich neugierig und interessiere mich für ganz unterschiedliche Herausforderungen.

Nina v.Z.: Ich fände es schön, noch mal mehr Gottesdienst musikalisch zu begleiten. Ansonsten ist der Chor, so wie er ist, genau richtig!

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