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Forstwirtschaft im Zeichen des Klimawandels

Christine Karasch (Umweltdezernentin Region Hannover) im Gespräch mit Gastgeber Hubertus Freiherr Knigge, der sich ausdrücklich über ihren Besuch freut.

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Bredenbeck/Wennigsen.

Das Braun in den Wälder, Wassermangel im Harz und Erlöse, die die Ausgaben nicht mehr decken. Nach dem Sturm Friederike, zwei heißen Sommern und vielen Borkenkäfern herrscht Krisenstimmung in der Forstwirtschaft. Was muss passieren, damit der Wald auch künftigen Generationen dient? Eine Podiumsdiskussion im Rahmen des 1. Bredenbecker Waldtages auf dem Rittergut suchte Antworten darauf:

Karl Heinz Hausmann, forstpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion: „Wir müssen den Wald wieder aufforsten und dafür Geld zur Verfügung stellen.“Die Landesregierung betreibe bereits Krisenmanagement. Zusätzliche Fördermittel würden bereitgestellt. „Wir müssen den Wald so aufstellen, dass er auch die nächsten hundert Jahre überlebt.“ Hausmann regt einen Klimagipfel für Niedersachsen an.

Helmut Dammann-Tamke, CDU-Landtagsabgeordneter und Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen:
„Wir müssen massiv Förster einstellen, wenn die Entwicklung so weitergeht und die Herausforderungen durch den Klimawandel wachsen.“ Der Friedwald gewinne immer mehr an Bedeutung. Jeder Schüler sollte einmal in seinem Leben einen Baum pflanzen.

Miriam Staudte, forstwirtschaftliche Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion: fordert mehr Öffentlichkeitsarbeit, mehr Plätze für ein FÖJ (Freiwilliges Ökologisches Jahr) im Wald. „Deutschland hat sich verpflichtet, auch einen Teil des Waldes verwildern zu lassen und nicht zu bewirtschaften.“ Dann könne man beobachten, wie der Wald von sich aus mit dem Klimawandel umgehe.

Norbert Leben, Präsident des niedersächsischen Waldbauernverbandes widerspricht Staudte:
„Der Wald muss bewirtschaftet werden, damit er auch gesund bleibt.“ Angesichts der sichtbaren Folgen des Klimawandels in den Wäldern fordert er die Politik auf stärker zu handeln, inklusive einer pachtähnlichen Entschädigung der Waldbesitzer beim Netzausbau. 

Peter Felser (AfD), Vize-Fraktionsvorsitzender im Deutschen Bundestag, Mitglied im Bundestagsausschuss für Ernährung und Landwirtschaft, warnt vor übertriebenem Aktionismus. Als Bayer freut er sich, dass seine niedersächsischen Gesprächspartner keine Windräder in den Wald stellen wollen. Er will die Bundeswehr zur Unterstützung im Kampf gegen den Borkenkäfer in den Wald schicken. Außerdem schlägt er vor: „Wie wär´s mit einem Fridays for Forest?“

Stefan Birkner, FDP-Fraktionsvorsitzender im Niedersächsischen Landtag: ist Anhänger des freiwilligen Vertragsnaturschutzes. Geht es nach ihm, dann verkaufen Waldbesitzer künftig Zertifikate in der Höhe, in der sie zur Senkung des CO2-Ausstoßes beitragen. „Der Waldbesitzer ist kein Bittsteller sondern Eigentümer.“

Christine Karasch, Umweltdezernentin der Region Hannover: Die Region als untere Naturschutzbehörde muss immer wieder Kompromisse finden zwischen wirtschaftlichem Handeln, Naturschutz und Sicherung des Ökosystems. "Das birgt Konfliktpotential." Vertragsnaturschutz könne das bestehende System nur ergänzen. „Wenn der Wald zur Erholung der Menschen beiträgt, kann das vielleicht auch vergütet werden.“

Gastgeber Hubertus Freiherr Knigge: Der Wald gehört der Familie bereits seit 1312, spätestens seit 1750 betreiben die Knigges nach eigenen Angaben nachhaltige Forstwirtschaft. Angesichts der bevorstehenden Herausforderungen sei es um so wichtiger sehr gut ausgebildete Fachkräfte einzustellen: „Mein Förster des 21. Jahrhunderts hat auf jeden Fall Forstwirtschaft studiert.“


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