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eCall: Wenn das Auto 112 wählt

Die Regionsleitstelle in Hannover erhält künftig auch die Notrufsignale per eCall

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Region.

Bei einem schweren Autounfall kann der Rettungswagen künftig schneller am Unfallort sein. Das funktioniert mit dem automatischen Notrufsystem eCall, das ab 31. März in allen neuzugelassenen PKWs eingebaut sein muss. Die Bestimmung gilt EU-weit. „Durch eCall können schätzungsweise jährlich bis zu 2 500 Verkehrstote innerhalb der EU vermieden werden, weil die Rettungskräfte schneller vor Ort sind“, sagte der niedersächsische Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) heute bei der Präsentation des Notrufsystems in der Regionsleitstelle der Feuerwehr in Hannover. „Für die Rettungskräfte und die Verkehrsopfer bricht eine neue Zeit an“, betonte Regionsdezernentin Cora Hermenau (CDU). Besonders im ländlichen Raum können Unfallopfer so schneller medizinisch versorgt werden.  

Das Notrufsystem eCall setzt automatisch einen Notruf an die nächstgelegene Rettungsstelle ab, wenn zum Beispiel bei einem Unfall die Airbags ausgelöst werden. Das System nutzt Mobilfunk und Satellitenordnung. So erhält die Rettungsstelle in Sekundenschnelle alle nötigen Informationen. Wo hat der Unfall stattgefunden? Unfallzeitpunkt, Fahrzeugposition und Fahrzeugtyp? Wie viele Personen sind in dem Auto? Die Personenzahl wird ermittelt über die eingesteckten Sicherheitsgurte. Die Reaktionszeit der Unfallopfer entfällt und die Rettungsmaßnahmen können umgehend eingeleitet werden. Auch können die Rettungskräfte von der Leitstelle Kontakt zu den Fahrzeuginsassen aufnehmen und über die eingeleiteten Maßnahmen informieren und Trost spenden. Ist der Unfall nicht ganz so gravierend, kann eCall auch manuell ausgelöst werden. „Die innovative Digitaltechnik eCall ist von großer Relevanz für die Verkehrssicherheit“, sagte Minister Althusmann, der auch das Ressort Digitales verantwortet.

Müssen Autofahrer Angst um ihre Daten haben? Nein, sagte Steve Schneider vom zuständigen EU-Projekt. „Die Daten bleiben geschützt und verlassen nicht die zuständige Rettungsstelle“, sagte Schneider. Eine Weitergabe an Versicherungen finde nicht statt und es werden auch keine Bewegungsprofile erstellt. Das System "schlafe" und werde erst ausgelöst, wenn die Sensoren zum Beispiel durch die Airbags aktiviert werden oder der Notruf manuell abgesetzt wird.

Die Rettungsleitstelle Hannover zählt bundesweit zu den größten Leitstellen. Sie ist zuständig für die Stadt und Region Hannover mit insgesamt rund 1,2 Millionen Einwohnern plus Reisende. In 2016 bearbeitete die Leitstelle rund 220 000 Notrufe inklusive der Verlegung von Intensivpatienten.

Das Land Niedersachsen hat das Projekt in Abstimmung mit der Bundesregierung und den Bundesländern in elf EU-Ländern koordiniert. Die Kosten des Projekts liegen bei rund 30 Millionen Euro. Die Hälfte stammt aus EU-Förderungen. Die Region und die Stadt Hannover haben sich mit 90 000 Euro daran beteiligt, die Regionsleitstelle eCall-fähig zu machen. 


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