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Johanniter geben Tipps für Kinderbetreuung Zuhause

Region.

In Corona-Zeiten ist alles anders. Auch wenn es sich im ersten Moment für viele so anfühlte: Es sind keine Ferien! Wenn über mehrere Wochen Schulen und Kindertagesstätten geschlossen sind, stehen Eltern vor enormen Herausforderungen. Sie müssen sich um die Kinderbetreuung daheim kümmern, neuerdings im Homeoffice ihrem Job nachgehen und Oma wie Opa stehen auch nicht zur Verfügung. An erster Stelle steht dabei die Organisation des Alltags: „Ein strukturierter Tagesplan ist wichtig: Die Kinder nicht mit dem Handy, Tablet, Computer sich selbst überlassen, sondern klare Zeiten und Regeln vereinbaren", sagt Karin Schätzlein, Fachbereichsleiterin Bildung und Erziehung im Landesverband Niedersachsen/Bremen. Vereinbaren heißt, die Kinder miteinzubeziehen und die getroffenen Absprachen auch einzuhalten.

Wie aber eine sinnvolle Beschäftigung schaffen? Hier sind neben der Struktur auch Kreativität und Mut zur Mitbeschäftigung gefragt – denn Kinder können weit mehr als die Erwachsenen es ihnen zutrauen. Es macht ihnen Spaß, das zu tun, was Erwachsene im Haushalt so erledigen. Vermeintlich Alltägliches kann zum Erlebnis werden. „Wenn Kinder miteinbezogen werden, fördert dies das gemeinsame Handeln und das Gefühl für Gemeinschaft,“ erläutert Schätzlein. „Genau auf dieses Vorgehen setzen wir auch in unserer alltäglichen Kita-Arbeit. So erlernen die Kinder ein Miteinander und entwickeln ihre Sozial- und Alltagskompetenz. Und helfen zu wollen ist ein Impuls, der bei Kindern schon früh vorhanden ist.“

Bei allem müssen auch Freiräume entstehen für Kinder, aber auch für die Eltern. Dabei scheinen Fernseher, Tablet bzw. Computer für Kinder oft die einfachste und schnellste Lösung zu sein. Aber Achtung: Auch hier gilt es, Regeln aufzustellen und einzuhalten.

Tipps der Johanniter für die Kinderbetreuung daheim:

1. Klaren Tagesplan machen

- Kinder in die Tagesplanung miteinbeziehen.
- Plan aufmalen oder schreiben.
- Regelmäßige Mahlzeiten.
- Zeitfenster festlegen, wann Kinder alleine spielen und Eltern arbeiten.
- Lernphasen für ältere Kinder.
- Bewegungsphasen einplanen.


2. Gemeinsame Aktivitäten im Haus

- Kinder in alle Arbeiten des Alltags miteinbeziehen.
- Zusammen Sachen sortieren und aufräumen.
- Gemeinsames Kochen, dabei Lebensmittel raten, Farben suchen, „Ich sehe was, was du nicht siehst“, „Essensbilder“ gemeinsam gestalten – Käse ausstechen, Gesichter mit Gemüse legen o.ä.
- Kein Animationsprogramm anbieten, sondern Ideen der Kinder aufgreifen und auch mal abwarten, was aus einem Moment der Langeweile entstehen kann.
- Zusammen Yoga oder Gymnastik machen. Hier können auch Videoclips genutzt werden oder sogar selbst produziert werden.
- Zusammen tanzen und laut Musik hören. Hier auch die Kinder mitbestimmen lassen.
- Neues zusammen lernen, wie z.B. Häkeln nach Anleitung eines YouTube-Videos.
- Kreatives Gestalten mit Fingerfarben, Rasierschaum etc.
- Gestalten und Basteln mit wertfreien Materialien wie Kartons, Verpackungen, Eierkartons, Fläschchen und Gläsern.
- Eigenes Memory erstellen mit Fotos oder selbstgemalten Motiven.


3. Mediennutzung von Kindern

- Hier ist es wichtig, die Kinder nicht mit dem Handy, Tablet oder Computer sich selbst überlassen, sondern klare Zeiten und Regeln zu vereinbaren.
- Mit den Kindern gemeinsam weitere kreative Möglichkeiten der Mediennutzung erforschen wie Filme drehen, Fotos machen und digitale Fotobücher gestalten, Hörspiele aufnehmen etc.

Wer sich an den einmal erstellten Tages- bzw. Wochenplan hält, ein paar Regeln aufstellt und das Wichtigste beherzigt – in dieser Corona-Zeit: ruhig und gelassen zu bleiben –, wird auch viel Freude an der gemeinsamen Zeit empfinden und sich stärken für das weitere Geschehen in der ungewöhnlichen Situation.


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