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„Europäischer Tag des Notrufs“: Jeder ist verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten

Einen Notruf abzusetzen, wenn die Situation es erfordert, ist ein wichtiger Schritt beim Leisten von Erster Hilfe, bei dem nicht zu lange gezögert werden darf. / Copyright: Tobias Grosser/Johanniter

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Ob Unfall oder medizinischer Notfall: Um schnellstmöglich Hilfe zu rufen, ist die Telefonnummer 112 die richtige Wahl. Dass die Notrufnummer seit 2003 sogar europaweit gilt, wissen laut Eurobarometer-Umfrage nur 17 Prozent der Deutschen. Erschreckend dabei ist, dass rund ein Viertel der Befragten angibt, schon einmal medizinische Leistungen in einem anderen EU-Land erhalten zu haben (Eurobarometer-Umfrage 2018): Deswegen ist es besonders wichtig die lebensrettende Nummer weiterhin in ihrer Bekanntheit zu steigern. Dabei helfen kann der immer am 11. Februar stattfindende "Europäische Tag der 112“. Festgelegt hat diesen besonderen Thementag die EU.

"Selbst von Mobiltelefonen ohne Guthaben kann die Notrufnummer jederzeit angewählt werden", erklärt Kersten Enke, Leiter der Johanniter-Akademie Niedersachsen/Bremen. „Die 112-Gespräche sind für den Anrufer immer kostenlos, egal ob ein Rettungswagen, ein Notarzt oder gar ein Rettungshubschrauber zum Einsatzort ausrücken muss.“  Bei nicht lebensbedrohlichen Beschwerden hilft der Hausarzt. Tritt ein Krankheitsfall während der Schließzeiten oder am Wochenende auf, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst der Krankenkassen unter der deutschlandweit gültigen Telefonnummer 116117. Einen Notruf abzusetzen, wenn die Situation es erfordert, ist ein wichtiger Schritt beim Leisten von Erster Hilfe, bei dem nicht zu lange gezögert werden darf. "Wenn eine lebensbedrohliche Situation eintritt, muss immer die 112 gewählt werden. Dazu gehören neben schweren Unfällen zum Beispiel Vergiftungserscheinungen, Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall, Kreislaufkollaps, schwere Atemnot, Bewusstlosigkeit oder starker Blutverlust", erklärt Enke.

In diesem Fall sollte die 116117 gewählt werden:

·       Erkältung mit Fieber, höher als 39 Grad
·       anhaltender Durchfall
·       starke Hals- oder Ohrenschmerzen
·       akute Bauch- oder Rückenschmerzen
·       kleinere Schnittverletzungen

In diesem Fall sollte die 112 gewählt werden:

·       bei lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall
·       bei schweren Schnitt- und Platzwunden
·       bei Knochenbrüchen
·       bei Verbrennungen

 
Der Notruf wird in der nächstgelegenen Leitstelle aufgenommen. Es meldet sich ein medizinisch geschulter Mitarbeiter, der mit dem Anrufer die fünf W-Fragen durchgehen:

·       Wo ist es passiert?
·       Was ist passiert?
·       Wie viele Verletzte/ Erkrankte gibt es?
·       Welche Verletzungen/ Erkrankungen konnten Sie entdecken?
·       Warten auf Rückfragen

So ist gewährleistet, dass vor dem Ausrücken der professionelle Helfer alle wichtigen Informationen vorliegen hat. Besonders wichtig ist die genaue Ortsangabe, damit die Hilfe auch schnell und ohne Probleme zum richtigen Einsatzort kommt. "Bevor nicht alle Fragen der Leitstelle beantwortet sind, sollte der Anrufer auf keinen Fall selbst das Gespräch beenden", betont Enke. 

Um im Ernstfall richtig helfen zu können, empfehlen die Johanniter, die Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen. Infos zum Kursangebot der Johanniter gibt es im Internet unter www.johanniter.de/erstehilfe oder telefonisch unter 0800 - 0019214. 


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